Ist „Alzheimer“ vererbbar?

Die einen sagen, Alzheimer ist nicht vererbbar; die anderen sagen, er ist es grundsätzlich, und wieder andere sagen, er überspringt gerne eine Generation. Bislang hat mich das eher wenig gejuckt, aber inzwischen ist die Frage für mich doch recht interessant geworden. Da ich mich mit dem Thema nicht auskenne, habe ich ganz elementare Fragen dazu: Mein Großvater ist bereits im sehr schlimmen Alzheimer-Stadium. Mein Vater ist nicht dement, vergisst aber ab und zu gerne mal etwas und bei mir fängt es auch schon an. Deswegen meine Frage(n): Ist Alzheimer vererbbar oder nicht? Wann (ab welchem Alter) empfiehlt sich eine Untersuchung? Und wie sieht diese aus?

Antwort:

Bei etwa 5 Prozent der Alzheimer-Fälle liegt eine so genannte familiäre Alzheimer-Erkrankung vor, d.h. Träger des Vererbungsmerkmals erkranken in jedem Fall. Bei den restlichen 95 Prozent gibt es Suszeptibilitätsgene, also Gene, deren Träger ein relativ erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Grundsätzlich ist daher eine "positive Familienanamnese für Alzheimer" - von der Alzheimer-Krankheit sind Angehörige ersten Grades betroffen - ein Risikofaktor.

Ein Erkrankungsfall in jungen Jahren ist nicht bekannt, allerdings gibt es unter Demenzerkrankungen seltene Fälle, die bereits vor dem 50. Lebensjahr auftreten. Wenn ein Abbau von Hirnleistungen bemerkt wird, sollte ein Neurologe aufgesucht werden. Denn für eine Konzentrations- und Gedächtnisschwäche kommen verschiedenste Ursachen in Frage, nicht nur die Alzheimer-Erkrankung. Bei der Abklärung wird der Arzt versuchen, die Gedächtnisdefizite zu objektivieren. Das lässt sich mithilfe von neuropsychologischen Tests gut erreichen, zumal diese auch andere mögliche Ursachen wie eine Depression aufdecken können. Zu den Routineuntersuchungen bei Verdacht auf eine Demenzerkrankung wie die Alzheimer-Krankheit gehören eine Blutuntersuchung und bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT, auch "Kernspin" genannt) oder die Computertomographie (CT). Weitere Untersuchungen wie zum Beispiel eine Elektroenzephalographie, d.h. das Aufzeichnen der Hirnströme, oder eine Untersuchung des Hirnwassers (sog. Liquorpunktion) richten sich nach den zuvor erhaltenen Ergebnissen.

zurück zur Übersicht

Login für Fachkreise

Wir befolgen die HONcode Prinzipien.
verify here.
afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/07: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Merz Pharmaceuticals und sein/ihr Internet-Angebot: www.alzheimerinfo.de

Transparenz für Gesundheitsinformationen



letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

produced by GPM mbH

Erweiterte Suche

Suchergebnisse filtern auf folgende Bereiche




Merz [Logo] Merz [Logo]

Ist „Alzheimer“ vererbbar? - alzheimerinfo.de

URL: http://www.alzheimerinfo.de/aktuelles/frage_der_woche/20050810
Stand: 20-Nov-2017, 08:38 AM
© 2017 alzheimerinfo.de. Alle Rechte vorbehalten.