Unterschied zwischen vaskulärer Demenz und Alzheimer-Krankheit

Frage:

Aus persönlicher Betroffenheit interessiere ich mich sehr für die Unterschiede zwischen einer Alzheimer- und einer Vaskulären Demenz. Allerdings fällt diese Unterscheidung einem Laien nicht einfach. Zu der Demenz unseres Großvaters sagen wir immer "Alzheimer", auch wenn der Arzt behauptet, es ist eine Vaskuläre Demenz. Er spricht von einer, im Magnetresonanztomographen sichtbaren, Atrophie des Gehirns, aber was genau ist das? Und ist eine Atrophie nicht Alzheimer-typisch? Welches sind denn die Unterschiede zwischen diesen Demenzformen?

Antwort:

Nach ihrer Ursache und dem Verlauf unterteilt man verschiedene Demenzformen. Die Gruppe der vaskulären Demenz ist nach der Alzheimer-Demenz (ca. 80% aller Fälle) die zweithäufigste Ursache für ein demenzielles Syndrom. Inzwischen geht man sogar soweit, dass man auch in Mischformen zwischen "Alzheimer" und "vaskulärer" einteilt. Die Unterschiede beziehen sich im Wesentlichen auf den Verlauf und die Beschwerden der Krankheit sowie ihrer Therapie. Eine vaskuläre (also: gefäßbedingte) Demenz verläuft i.d.R. fluktuierend: Mal hat man den Eindruck, das Gedächtnis und der Allgemeinzustand des Demenz-Patienten hat sich gebessert, mal machen sich die Gedächtnisdefizite wieder deutlich bemerkbar. Dabei verschlechtert sich der Zustand schrittweise schlechter, während es bei der Alzheimer-Demenz ein überwiegend kontinuierliches Nachlassen der Gedächtnis- und Intelligenzfähigkeit ist, von den körperlichen Symptomen mal abgesehen. Typisch für eine vaskuläre Demenz ist meist auch der Beginn: Statt "Gedächtnislücken" stehen Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens im Vordergrund. Die betroffene Person verhält sich z.B. auffallend aggressiv und launisch, während man es von ihr zuvor nicht gewohnt war.
Indem durch Gefäßverschlüsse einzelne Hirnareale ausfallen können, zeigen sich bei einer vaskulären Demenz oft Beschwerden, die bestimmte Hirnregionen betreffen, z.B. Sprachprobleme oder Halbseitenlähmungen. Ein einheitliches Krankheitsbild gibt es allerdings nicht. Somit ist die Diagnose "vaskuläre Demenz" wesentlich über die Risikofaktoren (Rauchen, Hypercholesterinämie, Übergewicht; Bluthochdruck) und die Befunde durch bildgebende Verfahren bestimmt. Für die Therapie bedeutet dies umgekehrt, dass gerade auch auf die Behandlung der Risikofaktoren Wert gelegt wird. Eine Atrophie ist, grob gesagt, ein "Schwund" der Nervenzellen im Gehirn. Sie ist ein sehr unspezifischer Befund und kann daher nicht mit einer Alzheimer-Demenz gleichgesetzt werden.

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Stand: 24-Nov-2017, 02:11 PM
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