Demenz ist nicht gleich Demenz

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Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Demenz und Alzheimer häufig gleichbedeutend verwendet. Doch es gibt Unterschiede. Demenz ist ein Oberbegriff für eine ganze Reihe von Symptomen wie zum Beispiel Vergesslichkeit, Desorientierung oder Denkstörungen. Die Alzheimer-Krankheit (kurz oft "Alzheimer" genannt) ist dagegen eine eigenständige Erkrankung - und eine von nahezu 100 Ursachen, die Demenzen haben können. Die Abklärung der genauen Ursache einer Demenz kann auch für die Therapie von großer Bedeutung sein.

Ursachenforschung

Die Alzheimer-Krankheit ist die bekannteste und häufigste Ursache für Demenz - man spricht dann von einer Alzheimer-Demenz. Etwa 60 Prozent aller Demenzkranken leiden an der Alzheimer-Krankheit. Ihre Erkrankung ist geprägt durch Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten beim Denken oder der Orientierung, Stimmungsschwankungen und Probleme, den Alltag selbstständig zu bewältigen (z. B. Anziehen, Essen, Körperpflege).

Bei Alzheimer-Patienten bilden sich im Gehirn schädliche Eiweißablagerungen, die den Austausch von Informationen zwischen den Nervenzellen behindern. Um das Fortschreiten der Krankheit hinauszuzögern, werden deshalb Medikamente (z. B. Memantine) eingesetzt, die die Kommunikation im Gehirn wieder verbessern. Da bei der Alzheimer-Krankheit die Nervenzellen des Gehirns letztlich in großer Zahl untergehen ("degenerieren"), zählt man sie zu den so genannten neurodegenerativen Erkrankungen.

Auch zwei weitere, jedoch deutlich seltenere Formen der Demenz, die Lewy-Körperchen Demenz und die Frontotemporale Demenz (auch: Pick-Krankheit), haben neurodegenerative Ursachen.

Lewy und Pick: ganz anders als Alzheimer

Die Lewy-Körperchen-Demenz ist nach dem deutschen Neurologen Friedrich Lewy benannt. Er hatte Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals kleine, eiweißhaltige Einschlusskörperchen in den Nervenzellen des Hirnstamms und des Großhirns von Patienten mit Demenz entdeckt. Die Lewy-Körperchen verringern die Bildung wichtiger Botenstoffe, die die Nervenzellen für den Informationsaustausch benötigen. Patienten mit Lewy-Körperchen-Demenz zeigen meist einen Mangel an Aufmerksamkeit und Konzentration. Auch Schlafstörungen, Halluzinationen und Depressionen sind typisch für diese Demenzform.

Die Frontotemporale Demenz, die nach ihrem Entdecker auch Pick-Krankheit oder Morbus Pick genannt wird, ist geprägt von Veränderungen der Persönlichkeit und der sozialen Verhaltensweisen sowie Sprachstörungen. Zu Beginn der Krankheit kommt es meist zu einem emotionalen Abstumpfen. Später ist das zwanghafte Wiederholen von gerade Gehörtem typisch. Im Gehirn der Betroffenen finden sich keine Eiweißablagerungen wie bei der Alzheimer-Krankheit, doch im Bereich des Stirn- und Schläfenlappens schrumpft die Gehirnmasse.

Demenzen können jedoch nicht nur durch die Schädigung bzw. den Untergang von Nervenzellen (Neurodegeneration) entstehen. Einige Demenzen haben vaskuläre Ursachen, das heißt sie entstehen durch Störungen im Blutgefäßsystem. Lesen Sie hierzu Teil 2 unseres Monatsspecials.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 20-Nov-2017, 10:12 AM
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