Probleme im Pflegealltag erfolgreich bewältigen

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Alzheimer Demenz ist eine Erkrankung, die das Leben der Patienten und der gesamten Familie erheblich belastet. So ist auch die Betreuung eines an Alzheimer Demenz erkrankten Angehörigen eine weitreichende und anspruchsvolle Aufgabe, die gut überlegt sein will. Dennoch werden zwei Drittel der Demenzkranken in Deutschland zu Hause betreut.

Während die Betroffenen zu Beginn der Erkrankung viele alltägliche Aufgaben, wie Essen, Waschen oder Anziehen noch selbst erledigen können, nehmen diese Fähigkeiten mit fortschreitendem Krankheitsverlauf immer weiter ab. Umso mehr Aufgaben der betreuende Angehörige für den Patienten übernimmt, desto mehr Probleme können auftreten, die die Pflege erschweren.

Angst vor dem Arztbesuch

Bei fortgeschrittener Alzheimer Demenz sind die Erkrankten nicht mehr in der Lage, körperliche Beschwerden zu erkennen oder sie zum Ausdruck zu bringen. Die Fürsorge für den Gesundheitszustand obliegt damit den pflegenden Angehörigen. Da Begleiterkrankungen wie beispielsweise Diabetes oder Bluthochdruck – auch wegen des meist hohen Alters – häufig sind, steht meist mindestens einmal im Monat ein Besuch beim Hausarzt an.

Allerdings scheuen manche Patienten den Gang zum Arzt. Oft steckt dahinter die Angst vor unangenehmen Untersuchungen, vor Bloßstellung oder vor Entmündigung. Der Erkrankte befürchtet, dass über die eigene Person einfach entschieden wird. Meist schwelt im Hintergrund auch die Angst, „ins Heim angeschoben zu werden“. Der Arztbesuch wird als Vorstoß in diese Richtung interpretiert.

Entspannt und angstfrei in der Praxis

Wie also sollten pflegende Angehörige mit anstehenden Arztbesuchen umgehen? Wichtig ist, dass der Betroffene Vertrauen hat. Erreicht wird dies beispielsweise über ein klärendes Gespräch, in dem in einfachen Worten besprochen wird, was beim Arzt gemacht werden soll. Sagen Sie zum Beispiel: „Wir lassen deinen Blutdruck messen. Außerdem müssen deine Zuckerwerte mal wieder überprüft werden.“

Stellen Sie klar, dass weder Sie noch der Arzt über den Kopf des Patienten hinweg Entscheidungen treffen werden, etwa über den Umzug in ein Heim.

Beim Arztbesuch gibt es dem an Alzheimer Demenz Erkrankten Sicherheit, wenn Sie – als vertraute Bezugsperson – immer dabei bleiben. Während den Untersuchungen sollten Sie oder der Arzt dem Patienten immer erklären, was gerade geschieht, so dass nie Unsicherheit aufkommt. Der Erkrankte sollte immer das Gefühl haben, dass man es gut mit ihm meint.

Autofahren: Ein Stück Selbstständigkeit aufgeben?

Autofahren ist ein Symbol für Selbstständigkeit. Es freiwillig aufzugeben, fällt vielen Menschen sehr schwer. Doch mit fortschreitender Alzheimer Demenz lässt die Fähigkeit, ein Auto sicher zu lenken, immer mehr nach. So kommt unausweichlich der Tag, an dem der Erkrankte um seiner und der Sicherheit anderer Willen nicht mehr an das Steuer eines Fahrzeugs darf.

Ein klärendes Gespräch – eventuell unter vier Augen – in vertrauter, ruhiger Atmosphäre kann helfen, den Betroffenen auf die Gefahren aufmerksam zu machen und sein Verständnis zu wecken. Bieten Sie dem Betroffenen zudem Alternativen an, sodass er sich ohne Auto nicht „eingesperrt“ vorkommt. Versprechen Sie beispielsweise, ihn dahin hinzufahren, wo er hin möchte.

Verführungen und Gelegenheiten reduzieren

Um die Situation weiter zu entschärfen und zu verhindern, dass sich der Demenzkranke doch noch einmal hinters Steuer setzt, sollte das Auto außer Sichtweite geparkt werden, sodass der Betroffene gar nicht auf die Idee kommt zu fahren. Auch die Autoschlüssel sollten für ihn nicht zugänglich sein.

Sollten all diese Mittel nicht fruchten, lassen Sie die Fahrtauglichkeit Ihres Angehörigen durch die Führerscheinstelle prüfen. Oft wird eine Anweisung durch eine Institution eher akzeptiert, als wenn ein Angehöriger ein Verbot ausspricht.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 22-Nov-2017, 04:46 AM
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