Mehr Entlastung für pflegende Angehörige

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Das wichtigste Standbein in der Betreuung von Demenz-Betroffenen sind (und bleiben) die Angehörigen, schließlich werden 69 Prozent der pflegebedürftigen Menschen im häuslichen Umfeld betreut. Ihre Situation zu stärken und zu stabilisieren, ist ein weiteres Anliegen des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes.

So wird darin ausdrücklich betont, dass Krankenkassen bei anstehenden Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen die besonderen Belange pflegender Angehöriger besonders berücksichtigen sollen.

Leichter mal eine Auszeit nehmen

Pflegende Angehörige erhalten durch das neue Gesetz außerdem die Möglichkeit, leichter eine Auszeit von ihren Pflichten zu nehmen. Nutzen sie eine Verhinderungs- oder eine Kurzzeitpflege, wird das bisher bezogene (anteilige) Pflegegeld nun für jeweils bis zu vier Wochen im Jahr zur Hälfte weitergezahlt. Außerdem erhalten erstmals auch Pflegebedürftige, die in ihrer Alltagskompetenz – z. B. aufgrund einer Demenzerkrankung – dauerhaft erheblich eingeschränkt sind, aber deren Hilfebedarf bei der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung nicht das Ausmaß der Pflegestufe I erreicht (Pflegestufe 0), einen Anspruch auf bis zu vier Wochen Verhinderungspflege im Jahr.

Darüber hinaus ist es nun möglich, einen pflegebedürftigen Angehörigen im Rahmen einer Kurzzeitpflege in einer Einrichtung der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation unterzubringen und dort pflegen und betreuen zu lassen, während die Pflegeperson in der Nähe selbst Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch nimmt.

Rentenansprüche können leichter geltend gemacht werden

Um durch die Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen auch Rentenansprüche zu erwerben, mussten Pflegepersonen bislang einen Pflegeaufwand von mindestens 14 Stunden pro Woche nachweisen. Nach dem neuen Gesetz muss diese Zeit nun nicht mehr für die Versorgung einer einzigen Person aufgewendet werden, sondern die Zeiten, die für die Pflege von zwei oder mehr Pflegebedürftigen benötigt werden, können zusammengerechnet werden. Damit will der Gesetzgeber pflegerische Härtefälle ausgleichen und eine bessere Absicherung der Pflegenden erreichen.

Mehr Geld für die Selbsthilfe

Oft fühlen sich pflegende Angehörige überfordert mit ihrer Situation. Der Austausch mit anderen Betroffenen ist dann eine große Hilfe. Um diese Strukturen zu stärken, stellt die Pflegeversicherung zusätzliche Mittel in Höhe von zehn Cent pro Versichertem und Jahr – das sind rund acht Millionen Euro jährlich – für Selbsthilfegruppen und -organisationen zur Verfügung. Das neue Gesetz stellt zudem klar, dass auch für ehrenamtliche Unterstützung als ergänzendes Engagement bei allgemeinen Pflegeleistungen in zugelassenen stationären Pflegeeinrichtungen Aufwandsentschädigungen gezahlt werden können.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 19-Nov-2017, 03:02 PM
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