Einsatz für Hund, Katze und Co.

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Den meisten Menschen sind Hunde, Pferde oder auch Delfine als Therapiehelfer oder Assistenten (z. B. als Blindenführhund) bekannt. Doch gerade in der Therapie von Demenzpatienten können auch Tiere eingesetzt werden, die nicht sofort mit therapeutischer Arbeit in Verbindung gebracht werden. Denn auch Hühner, Schweine, Schafe, Ziegen oder Kaninchen benötigen Pflege, Aufmerksamkeit und Zuwendung, fördern die Kommunikation mit den Pflegekräften und zwischen den Heimbewohnern und können so therapeutisch eingesetzt werden.

Richtlinien für den Einsatz von tierischen Therapeuten

Die Anforderungen an die Haltung von Tieren in Pflege- und Therapieeinrichtungen fasst eine Richtlinie der International Association of Human-Animal Interaction Organisations zusammen. Danach dürfen beispielsweise in Krankenhäusern nur Tiere eingesetzt werden, die in der Lage sind, sich der neuen Situation angepasst zu verhalten. Außerdem muss eine artgerechte Unterbringung und Betreuung der tierischen Therapeuten gewährleistet sein. Darüber hinaus sollen die eingesetzten Tiere aufgrund von Rassenmerkmalen und ihrem individuellen Charakter für die gewählte Therapieform geeignet sein. In der Praxis werden deshalb meist Hunde als Therapeuten auf vier Pfoten eingesetzt.

Bedenken, die Tiere könnten die Gesundheit von alten, pflegebedürftigen Menschen durch das Einschleppen von Schmutz, Haaren oder Krankheitserregern gefährden, räumt das Robert-Koch-Institut (RKI) weitgehend aus. Durch die Einhaltung hygienischer Maßnahmen, tierärztliche Überwachung sowie Impfungen der Tiere könne das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern oder Parasiten von den Tieren auf Menschen deutlich reduziert werden. Lediglich das Risiko einer Allergie müsse gegen den Gewinn an Lebensqualität abgewogen werden, empfiehlt das RKI. Insgesamt betrachtet, übersteige der positive Einfluss von Haustieren auf den Menschen die mögliche Gefährdung deutlich.

Tiere zu Besuch oder als Dauergast

Zu den häufigsten Formen von Tierkontakten, die in Pflegeeinrichtungen praktiziert werden, zählt der Besuchsdienst, bei dem Tiere – zumeist Hunde–, die normalerweise in üblichen Haushalten leben, mit ihrem Halter ins Heim oder in die Therapiegruppe kommen. Dies bringt Abwechslung in den Alltag, ohne dass sich Bewohner oder Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung um das Tier kümmern müssen.

In vielen Einrichtungen halten die Haustiere inzwischen jedoch selbst Einzug, sie werden entweder als „Stationstier“ von den Bewohnern oder Mitarbeitern der Station versorgt, oder die Bewohner bringen ihre Haustiere beim Umzug ins Heim mit und versorgen sie dort eigenständig weiter. Die dritte Variante sind professionelle Therapiekonzepte, bei denen Tiere eingesetzt werden, beispielsweise das therapeutische Reiten.

Kein Einsatz ohne Ausbildung

Bevor die Tiere jedoch ihren Einsatz als Besuchsdienst oder Stationstier antreten, müssen sie eine grundlegende Ausbildung erhalten und optimal sozialisiert werden. Dies ist wichtig, da die Tiere bei ihrer Arbeit den Umgang mit vielen Menschen gewohnt sein müssen und in ungewohnter Umgebung beziehungsweise ungewohnten Situationen nicht in Angst oder Panik verfallen dürfen. Außerdem dürfen die Tiere keinerlei Aggressionsverhalten zeigen.

Da der Umgang mit den Menschen für die Tiere anstrengend ist, brauchen sie bei ihrem Einsatz ausreichend Pausen und die Möglichkeit, sich auch zurück ziehen zu können. Werden all diese Voraussetzungen beachtet, steht dem wohltuenden Kontakt zwischen Mensch und Tier nichts im Wege.

Quelle: Gesundheitsberichtserstattung des Bundes 2003, 19: 1-21.

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Stand: 22-Nov-2017, 01:57 PM
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