Tiere öffnen Türen

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Während bei Demenzerkrankten die Gedächtnisleistung und die Kontrolle über ihr Verhalten immer mehr abnehmen, bleiben ihre elementaren Bedürfnisse nach Zuwendung, Beschäftigung, Trost und Anerkennung weiterhin erhalten.

Pflegende Angehörige oder professionelle Pflegekräfte sind trotz aller Bemühungen nicht immer in der Lage, diesen Bedürfnissen vollkommen gerecht zu werden. Zu schwierig ist der dauerhafte Umgang mit teilweise irritierenden Verhaltensweisen und eingeschränkter Kommunikation der Demenzerkrankten. Dies führt zu Aggression und Frustration – bei Pflegebedürftigen und Pflegenden.

Tiere haben keine Vorurteile

Tiere hingegen entwickeln keine Ablehnung aufgrund von befremdlichen Verhaltensweisen, körperlichen Beeinträchtigungen oder sprachlichen Störungen. Denn für sie ist Kommunikation ohne Worte eine Selbstverständlichkeit, sie „verstehen“ menschliche Gefühle und nonverbale Signale und reagieren entsprechend darauf.

Die Zuneigung, die ein Tier einem Menschen entgegen bringt, gibt diesem außerdem das Gefühl, angenommen und verstanden zu werden. Dies befriedigt – nicht nur bei Demenzpatienten – das Bedürfnis nach Zuneigung und Trost. Das Streicheln eines Tieres und dessen Ausdruck des Wohlgefallens durch Schnurren, Schwanzwedeln oder Anschmiegen stillt zudem das Bedürfnis nach Körperkontakt und Vertrautheit und schafft emotionale Wärme.

Die Pflege der Tiere als sinnvolle Beschäftigung

Der Verlust motorischer und geistiger Fähigkeiten durch die Demenzerkrankung führt oft dazu, dass die Betroffenen gewohnte Aufgaben wie die Erledigung des Haushalts nicht mehr erfüllen können. Die Rundum-Pflege im Heim führt ebenfalls oft zu einem Mangel an sinnvoller Beschäftigung. Aufgaben wie das Bürsten und Striegeln des Fells, das Füttern der Tiere oder das Reinigen von Käfigen, Liegeplätzen oder Näpfen der Tiere stillt hingegen das Bedürfnis nach Beschäftigung. Feste Aufgaben und das Wissen, gebraucht zu werden, können depressiven Neigungen und Aggressionen von Demenzpatienten vorbeugen oder diese mindern.

Die Beschäftigung mit Tieren, das Streicheln sowie deren Aussehen und Geruch können bei Demenzerkrankten außerdem Erinnerungen an die Kindheit und vergangene Zeiten wachrufen. Diese Erinnerungen an frühere Lebensjahre, Erlebnisse und Erfahrungen befriedigt das Bedürfnis der Betroffenen nach Identität und kann Ängste mindern.

Aufgrund der unvoreingenommenen, ehrlichen und gefühlsbetonten Kontaktaufnahme finden Tiere um ein Vielfaches schneller und leichter Zugang zu Demenzerkrankten – ein Weg, den inzwischen viele Therapeuten, Heime und geriatrische Einrichtungen einschlagen.

Quelle: Korth-Plumeyer 2012, Bachelor-Arbeit an der Hochschule Neubrandenburg

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Stand: 24-Nov-2017, 02:06 PM
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