KÖLN (MedCon) – Wie lange ein Alzheimer-Patient zuhause in seiner gewohnten Umgebung und unter ihm vertrauten Menschen leben kann, hängt stark von der noch vorhandenen Alltagskompetenz ab, d.h. ob Dinge des alltäglichen Lebens, wie waschen, sich anziehen und mehr noch selber durchgeführt werden können. Einer Umfrage der Europäischen Alzheimer-Gesellschaft zufolge ist der mit zunehmender Demenz einhergehende Verlust der Alltagskompetenz auch ein großes Problem in der Beziehung zwischen Pflegendem und Pflegebedürftigem.
In fünf europäischen Ländern – u.a. auch Deutschland – befragten die nationalen Alzheimer-Gesellschaften insgesamt 1181 betreuende Angehörige. Dabei wurden einige falsche Vorstellungen entlarvt, die die Bereitstellung von Hilfen und Behandlungsmöglichkeiten wesentlich beeinflussen können. Obwohl kognitive Defizite das Kernsymptom der Alzheimer-Demenz darstellen, sind es vielmehr Einschränkungen in der Bewältigung des täglichen Lebens, der so genannten Alltagskompetenz -, die den Pflegenden zu schaffen machen.
Mehr als zwei Drittel der Befragten war es am wichtigsten, dass bei ihrem erkrankten Angehörigen die Alltagskompetenz möglichst lange erhalten bleibt. Aus diesem Wunsch wird deutlich, wie stark die Belastung der Pflegenden zunimmt, wenn der Patient nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu waschen, anzuziehen, zu essen, zu trinken und zur Toilette zu gehen. Mehr als die Hälfte der pflegenden Angehörigen widmet in diesem Stadium mehr als zehn Stunden täglich der Pflege des Patienten.
Der Verlust der Alltagskompetenz ist eines der typischen Symptome der Alzheimer-Demenz. Während sich die Krankheit im Anfangsstadium hauptsächlich durch geistige Defizite bemerkbar macht, kommen im moderaten Stadium auch Störungen hinzu, die die Selbstständigkeit des Patienten einschränken. Haushaltstätigkeiten, wie Kochen oder Tisch abräumen können häufig nicht mehr (alleine) ausgeübt werden. Auch andere Fähigkeiten, die des Einsatzes der Hände bedürfen, nehmen ab. Der Alzheimer-Erkrankte braucht in diesem Krankheitsstadium zunehmend Hilfe beim Anziehen sowie bei der Körperhygiene.
Unbehandelt kommt es bei Patienten mit moderater Alzheimer-Demenz zu einer immer weiter fortschreitenden Verschlechterung der funktionalen Fähigkeiten. Hier kommt es darauf an, die Alltagskompetenz zu stabilisieren und den Patienten so lange wie möglich selbstständig und aktiv zu halten – und so auch die Angehörigen zu entlasten. Um dies zu erreichen, stehen verschiedene, sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapien, zur Verfügung (lesen Sie hierzu die weiteren Artikel aus dem Monatsspecial).
Möchten Sie die große Umfrage unter pflegenden Angehörigen genauer ansehen? Sie finden sie unter: www.alzheimer-europe.org (in Englisch)
Quelle: MedCon Januar 2008
letzte Änderung 09. Mai 2012, 14:23 Uhr
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Stand: 17-May-2012, 03:15 AM
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