Frühe Anzeichen einer Alzheimer-Demenz – noch früher als gedacht!

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Das Altern wird heute anders gesehen als noch vor einigen Jahrzehnten. Damals sah man zunehmende Vergesslichkeit als einen unvermeidlichen Teil des Alterungsprozesses an. Die Hirnforschung der vergangenen Jahre zeichnet jedoch zunehmend ein anderes Bild: Diese Gedächtnisprobleme, die man früher als ganz normal empfand, werden heute oft als ein frühes Anzeichen einer Erkrankung angesehen. Man nennt diese Störung „leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB)“. Im Englischen wird der auch in Deutschland gebräuchliche Begriff „Mild Cognitive Impairment (MCI)“ verwendet.

Leichte kognitive Beeinträchtigung: Einbahnstraße zur Alzheimer-Demenz?

Die Grenze zwischen normaler Altersvergesslichkeit und einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (LKB) ist nicht ganz einfach zu ziehen. Von einer LKB spricht man, wenn bei älteren Menschen kognitive Einbußen auftreten, die über einen vergessenen Namen oder eine gelegentlich verlegte Brille hinausgehen.

Wer an einer LKB leidet, dem fällt es oft schwer Gesprächen länger zu folgen oder sich die Namen neuer Bekanntschaften zu merken. Allerdings können sie weiterhin unabhängig leben und den Alltag meist ohne größere Probleme bewältigen. Manchmal sind dazu Hilfsmittel wie Klebezettel, Notizblöcke und Kalender notwendig.

Dem Arzt stehen für die exakte Diagnose einer LKB spezielle Fragebögen und andere Messinstrumente zur Verfügung. Die LKB wird als Vorstufe der Alzheimer-Erkrankung angesehen. Allerdings weiß man auch, dass nicht alle Menschen, die an einer LKB leiden, später an Alzheimer erkranken.

Subjektive Gedächtnisverschlechterung – ein Frühwarnzeichen

Während die LKB schon länger bekannt ist, wusste man bislang wenig über die Entwicklung der Alzheimer-Erkrankung vor dieser Phase objektiv messbarer kognitiver Einbußen. Tatsächlich scheint es neuen Forschungsergebnissen zufolge schon vor der LKB einen kognitiven Abbau zu geben. „Die betroffenen Patienten berichten von einer Gedächtnisverschlechterung, die nur sie selbst bemerken“, erläuterte Prof. Frank Jessen vom Universitätsklinikum Bonn bei einem Kongress in Mannheim. Anders als bei der LKB nehmen Angehörige und Freunde bei den Betroffenen keine zunehmende Vergesslichkeit oder andere kognitive Einbußen wahr. Selbst spezielle Tests auf die kognitive Leistung schließen die betroffenen Patienten mit normaler Leistung ab.

Prof. Jessen hat herausgefunden, dass Personen, die unter solchen subjektiven Gedächtnisstörungen leiden, später mit höherer Wahrscheinlichkeit an Alzheimer-Demenz erkranken. Diese bislang noch wenig beachteten, sehr früh auftretenden Gedächtnisstörungen könnten also als Frühwarnzeichen für eine Alzheimer-Demenz angesehen werden – und so könnte der Betroffene von weiter gehenden Untersuchungen, zum Beispiel auf Biomarker im Gehirn oder im Liquor, profitieren.

Die Alzheimer-Erkrankung kann heute noch nicht geheilt werden. Aber die zur Verfügung stehenden Medikamente können den Verlauf der Erkrankung bremsen und Symptome lindern. Wird die Erkrankung möglichst früh entdeckt, kann schon frühzeitig mit einer Therapie begonnen werden. Lesen Sie mehr hierzu im dritten Teil unseres Specials.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 18-Nov-2017, 01:08 PM
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