Hilfe aus der Wand

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MÜNCHEN (Biermann) – Die meisten älteren Menschen wollen so lange wie möglich zu Hause wohnen. Lässt das Gedächtnis allerdings nach, kommt es immer wieder zu Problemen: Die Brille oder das Portemonnaie sind nicht mehr auffindbar und beim Einkaufen hängt der Haustürschlüssel daheim am Schlüsselbrett. In Zukunft könnte hier die moderne Informationstechnologie hilfreich assistieren.

So haben Forscher der Ludwigs-Maximilian-Universität München beispielsweise ein System entwickelt, das auf Brille oder Haustürschlüssel aufpasst, Gesundheitsdaten auswertet und in Kontakt mit Ärzten und Hilfsdiensten steht.

Garderobe erkennt Gesundheitszustand

Den Prototyp dieses Systems haben die Wissenschaftler für den Flur entwickelt. Er sieht deshalb aus wie eine Garderobe, besitzt aber ein intelligentes Innenleben: einen Tablet-Computer, der den Nutzer über die Wetteraussichten, Busverbindungen oder die Telefonnummer der Tochter informiert. Doch nicht nur das: Öffnet der Bewohner die Wohnungstür, um nach draußen zu gehen, produziert die Wand einen Warnton, wenn der Schlüssel nicht kurz zuvor aus seinem Kasten genommen wurde. Auch andere Dinge, die in der Wohnung gerne verlegt werden, hat die Wand unter Kontrolle. Sie steuert ein sogenanntes Indoor-Positioning-System, das Gegenstände wie z.B: die Brille orten kann.

Fühlen sich die Bewohner nicht wohl, können sie über Biosensoren die wichtigsten Vitaldaten wie Blutdruck und -zucker messen. Das System gibt dann Empfehlungen, ob Bewegung gut tut oder wahrscheinlich ein Medikament eingenommen werden muss. Erkennt es einen kritischen Gesundheitszustand, stellt es die Verbindung zu Ärzten oder Pflegediensten her. Diese könnten das Terminal auch nutzen, um solche Gesundheitsdaten regelmäßig zu beobachten.

Roboter bringt Einkäufe in die Küche

Langfristig wollen die Forscher solche Wandverkleidungen für alle Wohnbereiche konstruieren. In der Küche beispielsweise könnte die Wand den Herd überwachen oder mit höhenverstellbaren Schränken das Kochen erleichtern. Zwischen den Stationen soll ein kleiner zusätzlicher Helfer unterwegs sein: ein fahrbarer Roboter, auf den man beispielsweise einen Einkaufskorb abstellen kann. Den bringt der Roboter dann auf Zuruf vom Flur in die Küche.

Ein ähnliches System haben auch Forscher der Fraunhofer Gesellschaft entwickelt. Dabei werden wichtige Gegenstände des Alltags wie das Portemonnaie oder die Brille mit kleinen Transpondern ausgestattet. Gehen sie verloren, kann der Demenzkranke ein Bild des gesuchten Gegenstands auf dem Bildschirm eines Tablet-Computers antippen. Der Computer ortet die Gegenstände dann im Raum und gibt akustisch Auskunft über die Position von Brille, Schlüssel und Co.

Eine weitere Anwendung blockiert beispielsweise die Haustür, sollte der Bewohner seine Wohnung ohne Schlüssel verlassen wollen. Läuft ein Patient über längere Zeit unruhig und rastlos durch die Wohnung, werden per SMS die Angehörigen informiert. Für diese bringen solche Systeme ebenfalls eine Entlastung. So können sie das Haus verlassen und sind doch mit ihrem demenzkranken Angehörigen verbunden.

Quelle: Technische Universität München, 14. Februar 2013; Generalanzeiger Bonn, 27. April 2013

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 20-Nov-2017, 08:44 AM
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