Demenzrisiko beeinflussbar – die Ernährung zählt

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Was wir essen und vor allem auch wie viel, nimmt Einfluss auf unser Risiko, eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln. Aktuelle Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Demenzrisiko waren ein wichtiges Thema beim diesjährigen Kongress der American Academy of Neurology, dem größten internationalen Kongress der Neurologie.

Neurologen der Mayo Clinic in Scottsdale, Arizona, berichteten, dass Menschen über 70 Jahre, die täglich 2100 bis 6000 Kalorien zu sich nehmen, damit wahrscheinlich ihr Risiko für Gedächtnisverlust und kognitive Beeinträchtigung erhöhen.

„Je mehr Kalorien pro Tag aufgenommen wurden, desto höher war das Risiko für eine leichte kognitive Beeinträchtigung“, sagte Dr. Yonas E. Geda bei der Tagung in News Orleans.

Weniger Kalorien für ein besseres Gedächtnis

An Dr. Gedas Untersuchung nahmen 1233 Senioren teil; 163 von ihnen litten an einer leichten kognitiven Beeinträchtigung. Die Studienteilnehmer trugen die von ihnen beim Essen und Trinken konsumierten Kalorien in einen Ernährungsfragebogen ein.

So konnten die Mediziner ermitteln, dass diejenigen, die am meisten Kalorien zu sich nahmen, doppelt so häufig an einer leichten kognitiven Beeinträchtigung litten wie diejenigen, die am wenigsten Kalorien konsumierten.

„Die Kalorienaufnahme zu reduzieren und gesunde Nahrungsmittel zu bevorzugen, könnte ein relativ einfacher Weg sein, um dem Verlust des Gedächtnisses im Alter vorzubeugen“, schlussfolgerte Dr. Geda in seinem Vortrag.

Fisch, Nüsse und Pflanzenöl reduzieren Alzheimer-Protein

Doch nicht nur die Zahl der Kalorien, die wir am Tag zu uns nehmen, kann das Alzheimerrisiko beeinflussen. Es zählt auch, welche Lebensmittel wir bevorzugt essen, wie eine aktuelle Studie der Columbia University in New York zeigt. Demnach senkt der Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, den Blutspiegel des Proteins Beta-Amyloid, dass bei der Entstehung der Alzheimer-Erkrankung eine wichtige Rolle spielt. Einen hohen Gehalt dieser gesunden Fettsäuren haben beispielsweise Fisch, Nüsse und Rapsöl.

„Die Menge an Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn zu messen, ist recht kompliziert, die Konzentration des Proteins im Blut lässt sich dagegen ganz einfach bestimmen – und der Blutspiegel steht mit der Menge im Gehirn in Zusammenhang“, sagte Dr. Nikolaos Scarmeas.

Für Dr. Scarmeas Untersuchung stellten 1219 Menschen über 65 Jahre alt gut 14 Monate lang regelmäßig Informationen über ihre Ernährung zur Verfügung. Anschließend wurde ihr Blut auf Beta-Amyloid getestet.

Die Wissenschaftler um Dr. Scarmeas interessierten sich vor allem für den Einfluss von zehn Nährstoffen auf die Konzentration des Proteins: gesättigte Fettsäuren, mehrfach ungesättigte Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E, Beta-Karotin, Vitamin B12, Folsäure und Vitamin D.

Viel Omega-3-Fettsäuren, wenig Beta-Amyloid

Die Auswertung der Ernährungsprotokolle und Blutanalysen ergab: Je mehr Omega-3-Fettsäuren eine Person zu sich nahm, desto niedriger war die Beta-Amyloid-Konzentration in ihrem Blut. Dieses Ergebnis war unabhängig vom Alter, dem Geschlecht, dem Bildungsstand, der Ethnizität und dem Kalorienkonsum. Auch ob ein Studienteilnehmer das Gen APOE, welches als Risikofaktor für Alzheimer gilt, aufwies, beeinflusste das Ergebnis nicht.

Die anderen untersuchten Nährstoffe standen in dieser Studie jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Blutspiegel an Beta-Amyloid.

„Wenn es uns in weiteren Untersuchungen gelingt, eine Beziehung zwischen dem Konsum an Omega-3-Fettsäuren oder anderen Nährstoffen und dem Gehalt an Beta-Amyloid in der Rückenmarksflüssigkeit oder im Gehirn zu finden, würde dies unsere Auffassung, dass bestimmte Bestandteile der Ernährung vor Alzheimer schützen können, bestärken“, sagte Dr. Scarmeas.

Quellen:
64. Jahreskongress der American Academy of Neurology, New Orleans, 21. bis 28. April 2012. Neurology. 2012 Jun 5;78 (23): 1832-40.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 20-Nov-2017, 10:15 AM
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