Ausreichend guter Schlaf und körperliche Aktivität schützen das Gedächtnis

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Wie viel und wie gut wir nachts schlafen, kann beeinflussen, wie gut unser Gedächtnis im Alter sein wird. „Schlafstörungen scheinen zur Entstehung von Amyloid-Plaques – charakteristische Merkmale der Alzheimer-Krankheit – beizutragen“, sagte Dr. Yo-ElJu.

Der Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis berichtete beim Jahreskongress der American Academy of Neurology in New Orleans von einer Studie an 100 Leuten zwischen 45 und 80 Jahren. Die Studienteilnehmer trugen zwei Wochen lang ein Gerät, das den Schlaf analysierte. Zusätzlich führten die Probanden Schlafprotokolle und füllten Fragebögen zu ihrem Schlafverhalten aus. Bei einem Viertel der Studienteilnehmer fanden die Wissenschaftler um Dr. Ju Anzeichen für Amyloid-Plaques. Diese können bereits Jahre vor den ersten Symptomen einer Alzheimer-Erkrankung vorhanden sein.

Weniger Amyloid-Plaques bei effizienterem Schlaf

Im Durchschnitt verbrachten die Studienteilnehmer acht Stunden pro Nacht im Bett. Da sie zwischendurch immer wieder einmal aufwachten, lag die reine Schlafdauer jedoch nur bei sechseinhalb Stunden. Es zeigte sich, dass Probanden, die mehr als fünfmal in der Stunde aufwachten, häufiger Amyloid-Plaques aufwiesen als Studienteilnehmer, die nicht so häufig aufwachten. Das Auftreten von Amyloid-Plaques scheint also mit der „Schlafeffizienz“ zusammenzuhängen.

„Der Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und Amyloid-Plaques ist faszinierend, dennoch liefern die in dieser Studie gewonnenen Erkenntnisse noch keine Beweise für eine Ursache-Wirkung-Beziehung. Wir müssen also noch weitere, vor allem langfristige Studien durchführen, um herauszufinden, ob der gestörte Schlaf ursächlich zur Entstehung der Plaques beiträgt – oder ob frühe, bereits alzheimerbedingte Veränderungen im Gehirn zu den Schlafstörungen führen“, sagte Dr. Ju.„Unsere Untersuchung hat die Basis für die weitere Erforschung geschaffen, ob die Einflussnahme auf den Schlaf eine Möglichkeit sein könnte, Alzheimer vorzubeugen oder zu verlangsamen.“

Kochen, Geschirr spülen und Kartenspiele helfen dem Gedächtnis auf die Sprünge

Nicht nur ein guter Nachtschlaf könnte sich möglicherweise schützend auswirken, auch tägliche körperliche Aktivität kann einer aktuellen Untersuchung zufolge das Alzheimerrisiko senken – sogar noch bei Leuten über 80 Jahren.

„Unsere Untersuchung zeigt, dass nicht nur Sport, sondern auch alltägliche Aktivitäten wie Kochen oder Geschirr spülen mit einem verringerten Risiko für eine Alzheimer-Krankheit verbunden sind“, sagte Dr. Aron S. Buchman vom Rush University Medical Center in Chicago. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass man selbst sehr alte Menschen noch zur körperlichen Aktivität ermutigen sollte. Sie können vielleicht nicht mehr wirklich trainieren, aber trotzdem von einem aktiveren Lebensstil profitieren.“

Für die Studie trugen 716 durchschnittlich 82 Jahre alte Personen zehn Tage lang einen Aktigraphen, ein kleines Gerät, das am Handgelenk angebracht alle Bewegungen aufzeichnet. Während der vierjährigen Studie wurden jährlich das Denkvermögen und die Gedächtnisleistung der Senioren getestet. 71 Studienteilnehmer erkrankten in diesem Zeitraum an Demenz.

Körperliche Aktivität objektiv gemessen

Auch wenn die Teilnehmer selbst Angaben zu ihrer körperlichen Aktivität machten, so betonte Buchman jedoch, dass dies die erste Studie sei, die die tägliche körperliche Aktivität zusätzlich objektiv gemessen habe. „Das ist wichtig, da sich die Leute oft nicht mehr richtig an die Details erinnern können“, sagte er.

Die Auswertung der Daten zeigte, dass die Senioren, die am aktivsten gewesen waren, nur halb so oft an Demenz erkrankt waren wie diejenigen, die sich am wenigsten betätigt hatten. Auch die Intensität der Aktivitäten spielte eine Rolle: je intensiver die Bewegung, desto niedriger war das Demenzrisiko.

„In dieser Studie waren Aktivitäten wie Kochen, Geschirr spülen, Karten spielen oder einen Rollstuhl anschieben mit einem niedrigeren Alzheimerrisiko verbunden“, kommentierte Dr. Michal Schnaider-Beerivon der Mount Sinai School of Medicine in New York die Studienergebnisse. „Das sind kostengünstige, leicht umzusetzende und nebenwirkungsfreie Aktivitäten, die Menschen in jedem Alter ausüben können, um einer Demenz vorzubeugen.“

Quellen:
64. Jahreskongress der American Academy of Neurology, New Orleans, 21. bis 28. April 2012. Neurology. 2012 Apr 24; 78 (17): 1323-9.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 22-Nov-2017, 01:34 PM
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