Nicht an den Kalorien sparen

KÖLN (MedCon) - Viele Demenz-Patienten verlieren im Laufe ihrer Krankheit an Gewicht, sind von Mangelernährung und Austrocknung bedroht. Pflegende Angehörige müssen dem Ernährungsstatus der Betroffenen deshalb jederzeit erhöhte Aufmerksamkeit schenken, rät Dr. Rainer Wirth.

Ernährung und Gewicht kontrollieren

Wie bei den meisten anderen Senioren nimmt auch bei Demenz-Patienten das Hunger- und Durstgefühl ab. Zudem leiden sie häufig an Kau- und Schluckbeschwerden, Mundtrockenheit oder Übelkeit. Allzu verständlich, dass bei ihnen keine große Lust am Essen aufkommt. Dazu kommt noch, dass viele Demenz-Patienten, auch bedingt durch den Mangel an Hungergefühl, das Essen schlicht vergessen.

Bei Senioren mit einer Demenz-Erkrankung sollte deshalb regelmäßig das Gewicht überprüft werden. Tritt ein auffälliger Gewichtsverlust ein, kann es helfen, ein Woche lang ein Ernährungsprotokoll zu führen, in dem alle Speisen und Getränke mitsamt Kaloriengehalt eingetragen werden.

Mehr als fünf Prozent ist zu viel

Generell gilt, dass im Alter ein Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent des Körpergewichts im Zeitraum von drei Monaten als kritisch betrachtet werden muss. Kommt beim Auswerten des Protokolls eine deutlich zu niedrige Kalorienaufnahme zu Tage, muss gegengesteuert werden.

Oft hilft schon ein wenig Fantasie bei der Zubereitung der Speisen oder die Schaffung einer ruhigen Atmosphäre beim Essen, um den Patienten die Aufnahme der notwendigen Nährstoffe und Kalorien zu erleichtern.

Lieblingsspeisen machen Appetit

Zudem gilt: Gesunde Lebensmittel sind zwar wichtig, doch bei Demenz-Patienten muss die Aufnahme einer ausreichenden Menge an Kalorien im Vordergrund stehen. Wenn der Pflegebedürftige also am liebsten zuckerhaltige Limonade trinkt oder zum Nachmittagskaffee Kuchen isst, können Sie ihn mit gutem Gewissen darin bestärken. Hilfreich ist auch, zwischendurch immer wieder kleine Häppchen anzubieten, die meist besser vertragen werden als große Mahlzeiten.

Mahlzeiten anreichern

Eine weitere wichtige Möglichkeit ist die Anreicherung von Speisen mit hochkalorischen Lebensmitteln. Geben Sie einen zusätzlichen Schuss Öl oder ein Ei in die Suppe, etwas Proteinpulver in den Kakao oder den Kartoffelbrei. Wählen Sie für das Abendbrot eher fettreichen Käse und Wurst. Spezielle Trinknahrungen aus der Apotheke können zum Beispiel – als Zwischenmahlzeit angeboten - einen zusätzlichen Kalorienschub geben. Es gilt: Lassen Sie Ihrer Fantasie beim Zubereiten der Speisen freien Lauf.

Quelle: MedCon

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 20-Nov-2017, 04:47 AM
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