Alzheimer-Tests im Internet sind unzuverlässig

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BOSTON (Biermann) – Im Internet kostenlos zugängliche Alzheimer-Tests sind wissenschaftlich nicht fundiert, unzuverlässig und ethisch bedenklich. Dies ist das Ergebnis einer Überprüfung solcher Angebote durch einen US-amerikanischen Gutachterausschuss.

„Bis zu 80 Prozent aller Internetnutzer, darunter auch immer mehr Erwachsene im fortgeschrittenen Alter, suchen online nach Gesundheitsinformationen und Diagnosen“, sagte Dr. Julie Robillard von der University of British Columbia in Vancouver auf der Alzheimer's Association International Conference 2013 in Boston.

„Insbesondere Selbstdiagnosen werden im Onlinebereich immer populärer, und kostenlos zugängliche Ratespiele, die als ,Alzheimer-Tests‘ bezeichnet werden, gibt es im Internet zuhauf. Über die wissenschaftliche Stichhaltigkeit und Zuverlässigkeit dieser Angebote ist jedoch ebenso wenig bekannt, wie über ethische Faktoren. Was wir online herausgefunden haben, war – offen gestanden – erschreckend und potenziell schädlich“, sagte Robillard weiter. Die Zahl der monatlichen Einzelbesucher der übergeordneten Websites, auf denen die untersuchten Onlinetests zu finden waren, reichte nach Angaben der Wissenschaftlerin von 800 bis 8,8 Millionen.

Ein Gutachterausschuss, dem Geriater, Spezialisten auf dem Gebiet der Mensch-Computer-Interaktion sowie Neuropsychologen und Neuroethiker angehörten, hatte die Tests einer eingehenden Prüfung unterzogen, bei der die wissenschaftliche Stichhaltigkeit und Zuverlässigkeit der Bewertungsverfahren sowie ethische Faktoren im Vordergrund standen.

Dabei stellten die Forscher fest, dass der Großteil der Tests im Hinblick auf die allgemeine wissenschaftliche Stichhaltigkeit und Zuverlässigkeit „schlecht“ oder „sehr schlecht“ abschnitt. Robillard zufolge sind die Tests „für die Alzheimer-Diagnose unnütz“.

Auch bei der Bewertung ethischer Faktoren schnitten alle 16 Tests „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ab. Laut Robillard fehlten den Tests teilweise Richtlinien zur Wahrung der Vertraulichkeit und Privatsphäre oder Angaben zu kommerziellen Interessenkonflikten, die Testergebnisse selbst waren oft nicht angemessen und moralisch einwandfrei formuliert.

„Kostenlos zugängliche Diagnosetests, denen es an wissenschaftlicher Stichhaltigkeit mangelt und die Richtlinien in Bezug auf Einwilligungen, Interessenkonflikte und sonstige ethische Angelegenheiten nur unzureichend erfüllen, können den Nutzern potenziell schaden und ihre Gesundheit negativ beeinflussen“, resümierte Robillard auf dem Kongress.

Quelle: Alzheimer’s Association, 15. Juli 2013

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Stand: 19-Nov-2017, 11:19 AM
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