Die vertraute Wohnung kann Orientierung geben

KÖLN (MedCon) – Orientierungslosigkeit gehört zu den häufigen Begleiterscheinungen einer Demenz-Erkrankung. Die seit langen Jahren vertraute Wohnung kann den Betroffenen eine wichtige Gedächtnisstütze und Orientierungshilfe sein. Doch mit fortschreitender Erkrankung können in der für die Bedürfnisse"gesunder" Menschen eingerichteten Wohnung Probleme auftreten.

Weglaufen verhindern

Ein typisches Merkmal der Demenz ist der Rückgang der Alltagskompetenz. Der Erkrankte verlernt zunehmend, alltägliche Situationen zu bewältigen, etwa die Bedienung der Toilettenspülung, des Wasserhahns oder das Ablesen der Uhr.

Hinzu kommt, dass viele an Demenz erkrankte Personen zum Weglaufen neigen. Sie erkennen ihre Wohnung nicht mehr und verlassen sie auf der Suche nach "ihrem Zuhause". Außerhalb ihres gewohnten Umfeldes verlieren sie jedoch leicht die Orientierung und verlaufen sich. Ein heller Eingangsbereich kann solche Weglauftendenzen beispielsweise verstärken.

Putzmittel und Medikamente sicher aufbewahren

In der Wohnung besteht die Gefahr, dass der Demenz-Patient Reinigungsmittel, Medikamente und Giftpflanzen mit Lebensmitteln verwechselt. Er vergisst, wie man Elektrogeräte korrekt bedient und dass man sie nach Gebrauch wieder ausschalten muss. Schwellen, Treppen oder Glastüren können zur Gefahrenquelle werden, weil sie vom Erkrankten nicht mehr wahrgenommen werden. Dunkle oder gemusterte Bodenbeläge oder Tapeten können Angst auslösen, gleiches gilt auch für spiegelnde Flächen. Ein wackeliger Stuhl kann zu Stürzen führen, wenn der Erkrankte sich darauf abstützt.

Gefahren vermeiden

Veränderungen in der Ausstattung und Gestaltung der Wohnung, verschiedene bauliche Maßnahmen und der Einsatz von Hilfsmitteln können helfen, Gefahren und Orientierungsprobleme zu mindern und so die Selbstständigkeit und Alltagskompetenz des Erkrankten so lange wie möglich zu fördern. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass an Demenz erkrankte Menschen mit Veränderungen in ihrem gewohnten Umfeld nur sehr schlecht klar kommen. Alle Maßnahmen müssen deshalb so behutsam und unauffällig wie möglich vorgenommen werden.

In den weiteren Teilen unseres Monatsspecials erfahren Sie, mit welchen kleinen und kostengünstigen Veränderungen die Wohnung schon wesentlich sicherer gestaltet und an die Bedürfnisse Demenzkranker angepasst werden kann. Außerdem werden bauliche Maßnahmen vorgestellt, die etwas mehr Aufwand und Kosten verursachen, die Pflege des Erkrankten aber auf Dauer sehr erleichtern können. Wie diese Umbauten finanziert werden können, wird ebenfalls verraten.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 22-Nov-2017, 04:42 AM
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