Demenz: Risikofaktoren kennen und reduzieren

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KÖLN (Biermann) – Stress erhöht das Demenzrisiko! Zigarettenrauch fördert Alzheimer! Walnüsse schützen vor Demenz? Immer wieder berichten Schlagzeilen von wissenschaftlichen Untersuchungen, die einen neuen Risikofaktor für Alzheimer-Demenz entdeckt haben – oder umgekehrt, herausgefunden haben, was vor der Demenzerkrankung schützen könnte.

Angesichts der zahlreichen, teils sogar widersprüchlichen Informationen, fällt es mitunter schwer, den Überblick zu behalten – und zu entscheiden, was jeder für sich selbst aus den verschiedenen neuen Erkenntnissen lernen kann.

Die Suche nach den Gefahren

Was das Risiko für Demenz erhöht oder umgekehrt davor schützt, wird häufig entweder im Tierversuch oder in epidemiologischen Studien erforscht. Anders als beim Menschen ist es im Tierversuch möglich, Risikofaktoren wie Stress, Zigarettenrauch oder fettreiche Ernährung gezielt anzuwenden – und dann zu beobachten, ob die Tiere vermehrt an Demenz erkranken.

Der Nachteil aller Tierversuche ist jedoch, dass sie nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar sind. Stellen Wissenschaftler beispielsweise, wie vor kurzem am Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie geschehen, fest, dass Stress bei Ratten zur Entstehung von Alzheimer-typischen Veränderungen im Gehirn der Nager führt, ist noch lange nicht sicher, dass das auch beim Menschen gilt.

Befragungen und Schlussfolgerungen

Epidemiologische Studien setzen deshalb direkt beim Menschen an. Große Gruppen von mehreren Hunderten bis Tausenden Menschen werden zu ihrem Lebensstil befragt, beispielsweise ihrer Ernährungsweise, ob sie rauchen, Sport treiben, an bestimmten Krankheiten leiden oder sich regelmäßig sozial engagieren. Jahre später wird nachgeschaut, welche der Studienteilnehmer schließlich an einer Demenz erkrankt sind.

Anschließend versuchen die Wissenschaftler, aus den Befragungsergebnissen herauszufiltern, ob die Betroffenen vermehrt bestimmten Risikofaktoren ausgesetzt waren, ob zum Beispiel die Mehrheit von ihnen geraucht hat. Ist das der Fall, ließe das darauf schließen, dass Rauchen das Demenzrisiko erhöht.

Studien richtig interpretieren

Allerdings gibt es auch bei epidemiologischen Studien Einschränkungen, die die Aussagekraft beeinflussen können: Die Teilnehmerzahl kann zu klein sein, die Angaben der Studienteilnehmer können unvollständig sein, bestimmte Krankheiten, die ebenfalls das Demenzrisiko erhöhen, können unentdeckt bleiben. Auch eine in Japan an asiatischen Studienteilnehmern durchgeführte Studie ist möglicherweise nicht problemlos auf Europäer übertragbar.

Empfehlenswert ist deshalb immer, Meldungen über neue Erkenntnisse zu Risiko- und Schutzfaktoren für Alzheimer-Demenz etwas genauer unter die Lupe zu nehmen: Ist die Studie an einer großen Anzahl von Menschen durchgeführt worden – oder befindet sie sich womöglich noch im Stadium des Tierversuchs? Handelt es sich vielleicht um eine Erkenntnis, die schon durch mehrere Studien bestätigt wurde? Kann ich mit der neuen Erkenntnis im Alltag etwas anfangen, beispielsweise wenn ein anderer Ernährungsstil empfohlen wird. Oder handelt es sich um für den Einzelnen wenig nützliche und meist nur für die Forschung relevante Erkenntnisse?

Was schützt tatsächlich?

Es gibt einige Risiko- und Schutzfaktoren, die bereits in verschiedenen Untersuchungen bestätigt wurden – und die jeder Einzelne, der sein Demenzrisiko senken möchte, selbst beeinflussen kann. Lesen Sie hierzu auch: „Das Demenzrisiko senken – überprüfte Strategien“ und „Diabetes und Bluthochdruck behandeln lassen“.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 22-Nov-2017, 01:50 PM
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