Hilfe zur Pflege: Wenn das Geld nicht reicht

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KÖLN (Biermann) – Bei Fortschreiten der Demenz kann der Pflegebedarf so groß werden, dass ein Umzug der Betroffenen ins Heim oder eine Betreuung rund um die Uhr notwendig werden – mit der entsprechenden finanziellen Belastung. Genügen die Leistungen der Pflegeversicherung und die eigenen finanziellen Mittel nicht, um die Heimkosten oder eine adäquate Pflege zu Hause zu gewährleisten, sollten sich Demenzkranke nicht scheuen, beim Sozialamt zusätzlich „Hilfe zur Pflege“ zu beantragen.

Bei entsprechendem Bedarf übernimmt das Sozialamt beispielsweise Kosten für die ambulante Hilfe im häuslichen Bereich, die teilstationäre Hilfe in einer Tagespflegestätte, die vollstationäre Pflege in einem Heim oder eine weiter gehende Betreuung.

Wie hoch die Unterstützung ausfällt, ist von der jeweiligen Situation des Antragsstellers abhängig und richtet sich nach der Art des Bedarfes. Neben dem Vermögen des Antragsstellers berücksichtigt das Sozialamt dabei auch die Vermögensverhältnisse des Ehepartners. Kinder sind als Verwandte ersten Grades ebenfalls grundsätzlich dazu verpflichtet, den Unterhalt ihrer Eltern in bestimmten Grenzen mitzufinanzieren.

Um die Hilfe zur Pflege zu erhalten, müssen Demenz-Betroffene keiner Pflegestufe zugeordnet sein. Die Leistung wird auch gezahlt, wenn die Antragssteller weniger als sechs Monate pflegebedürftig sind und auch Hilfe bei anderen als den Verrichtungen des täglichen Lebens benötigen. Außerdem übernimmt das Sozialamt alle notwendigen Kosten, etwa für Pflegehilfsmittel, Kurzzeitpflege sowie für die häusliche Tages- und Nachtpflege. Darüber hinaus deckt die finanzielle Leistung zum Beispiel auch die Kosten für Pflege, Unterkunft und Verpflegung ab, wenn ein Umzug in ein Heim ansteht. Soweit auch Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung besteht, sind diese vorrangig und zugleich in Anspruch zu nehmen.

Um das Wohnen und die Versorgung in einem Alten- oder Pflegeheim zu finanzieren, zahlen einige Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein Pflegewohngeld. Hier sind die Einkommens- und Vermögensgrenzen allerdings höher als bei der Hilfe zur Pflege. Auskünfte darüber geben Beratungsstellen oder die zuständigen Sozialämter.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Weitere Informationen

Ratgeber Pflege

Der Ratgeber des Bundesgesundheitsministeriums rund um das Thema Pflege kann als Pdf-Datei heruntergeladen oder als Broschüre kostenlos bestellt werden.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 20-Nov-2017, 08:44 AM
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