Krankenkasse oder Pflegeversicherung – Wer bezahlt was?

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KÖLN (Biermann) – Den besseren Leistungen für Demenz-Patienten durch das Pflege-Neuausrichtungsgesetz zum Trotz ist es für viele Betroffene und deren Angehörige schwer, den Überblick zu behalten, welche Leistungen von welchem Kostenträger – gesetzliche Krankenkasse oder Pflegeversicherung – übernommen wird.

Prinzipiell tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für alle Maßnahmen, die der Behandlung von Krankheiten dienen und im sogenannten Leistungskatalog stehen. Dazu zählen Arztbesuche, verschreibungspflichtige Medikamente, therapeutische Maßnahmen oder Hilfsmittel, die im Zuge einer Demenz nötig sind. Eine häusliche Krankenpflege wird ebenfalls von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt, solange sie nur kurzfristig benötigt wird. Voraussetzung für die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist in jedem Fall, dass die Leistungen von einem Arzt verordnet wurden.

Je nach Art der Behandlung müssen Versicherte allerdings einen Teil der Kosten selbst übernehmen – zum Beispiel Zuzahlungen zu Medikamenten oder zum Zahnersatz. Um unzumutbar hohe Belastungen zu vermeiden, gibt es jedoch eine jährliche Belastungsgrenze. Bei chronisch Kranken, die öfter zum Arzt müssen als andere Versicherte und auch mehr Medikamente benötigen, liegt diese Grenze bei einem Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens eines Haushaltes. Von dieser Regelung profitieren auch Demenzkranke.

Häusliche Pflege – auf die Dauer kommt es an

Die gesetzliche Krankenversicherung deckt Pflegeleistungen für einen Zeitraum von bis zu 28 Tagen pro Jahr ab. Dazu zählt beispielsweise die professionelle Versorgung von Wunden oder die regelmäßige Gabe von Medikamenten an verwirrte Patienten. Wichtig ist, dass diese Leistungen ein zugelassener Pflegedienst durchführt.

Besteht der Pflegebedarf voraussichtlich länger als ein halbes Jahr, übernimmt die Pflegeversicherung teilweise die entstehenden Kosten. Der Umfang hängt von der Schwere der Pflegebedürftigkeit und der jeweiligen Pflegestufe ab. Menschen mit Demenz sollten diese deshalb regelmäßig prüfen lassen.

Ebenfalls zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zählen Rehabilitationsmaßnahmen, bei denen Menschen mit Alzheimer-Demenz bestimmte Alltagsroutinen wieder neu erlernen oder mit Physiotherapeuten oder Logopäden arbeiten.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 22-Nov-2017, 01:42 PM
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