Ein Jahr Pflege-Neuausrichtungsgesetz – Eine Bilanz

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ESSEN (Biermann) – Anfang 2013 trat das Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) in Kraft, das pflegebedürftigen Menschen bessere und umfangreichere Leistungen sichern sollte. Die erste Bilanz, die der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDS) nach dem ersten Quartal 2013 zog, scheint zu bestätigen, dass dieses Ziel erreicht wird.

Danach sollen bis zum Jahresende 2013 etwa 140.000 Menschen mit einer beginnenden Demenz, die noch nicht die Kriterien für Pflegestufe I erfüllen, erstmals das Pflegegeld von 120 Euro oder Pflegesachleistungen in Höhe von 225 Euro erhalten.

Insgesamt waren im ersten Quartal 2013 bei den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung fast 376.000 Aufträge für Pflegebegutachtungen in der häuslichen Pflege eingegangen. Das waren 15 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Diese deutliche Steigerung der Begutachtungszahlen dürfte bereits ein Effekt der Leistungsverbesserungen für Menschen mit Demenz sein, die mit dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz in Kraft getreten sind“, erklärte Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS.

Insgesamt sollen nach Berechnungen des MDS im Jahr 2013 rund 650.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung von den neu eingeführten Leistungen der Pflegeversicherung profitiert haben: 140.000 unterhalb der Pflegestufe I, 300.000 in der Pflegestufe I und 210.000 in der Pflegestufe II.

Bis zur Einführung des PNG hatten Menschen mit Demenz lediglich Anspruch auf „zusätzliche Betreuungsleistungen“ in Höhe von 100 oder 200 Euro pro Monat. Dieser Betrag konnte zweckgebunden für niedrigschwellige Betreuungsangebote eingesetzt und von den Pflegekassen gegen Nachweis erstattet werden.

Seit 2013 haben auch Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (unterhalb Pflegestufe I) Anspruch auf 225 Euro für Sachleistungen oder 120 Euro Pflegegeld im Monat, in der Pflegestufe I gibt es Pflegegeld in Höhe von 305 statt bisher 235 Euro und Sachleistungen in Höhe von 665 statt in Höhe von 450 Euro. In der Pflegestufe II wurde das Pflegegeld von 440 auf 525 Euro erhöht; Sachleistungen gibt es in Höhe von 1250 statt bisher 1100 Euro. Darüber hinaus können wie bisher zusätzliche Betreuungsleistungen in Anspruch genommen werden. Die Leistungsbeträge der Pflegestufe III wurden nicht verändert.

Quelle: MDK, 17. Juli 2013

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Stand: 22-Nov-2017, 04:47 AM
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