Professionelle Pflegetechniken auch zuhause nutzen

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KÖLN (Biermann) – Alzheimer-Patienten haben oft ganz andere Bedürfnisse als kognitiv gesunde Pflegebedürftige. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte wurden deshalb unterschiedlichste Pflegeansätze speziell für Alzheimer-Patienten entwickelt. Ursprünglich für den Einsatz in Pflegeheimen gedacht, bieten einige dieser Pflegekonzepte auch wertvolle Anregungen für die häusliche Pflege eines demenzkranken Angehörigen.

Milieutherapie: Eine Umgebung zum Wohlfühlen schaffen

Insbesondere die Milieutherapie enthält zahlreiche Aspekte, die auch zuhause gut umgesetzt werden können. Diese Therapieform geht davon aus, dass das Umfeld („Milieu“) des Patienten großen Einfluss auf sein Wohlbefinden hat und sogar therapeutisch genutzt werden kann.

Ist der Patient aufgrund seiner Alzheimer-Demenzerkrankung mit einer „normalen“ Umgebung überfordert ist, wird eben die Umgebung an die noch vorhandenen Ressourcen und Alltagskompetenzen des Erkrankten angepasst. Anpassungen können dabei in drei Kernbreichen erfolgen – der Wohnumgebung, der sozialen Umgebung (z. B. der Familie) und der Tagesstrukturierung.

Die Wohnung sollte überschaubar, stressfrei und geräuscharm sein, ein ständig laufender Fernseher oder lauter Trittschall können verwirren oder Angst auslösen. Die Zimmer sollten in dezenten Farbtönen gestrichen und gut ausgeleuchtet sein. Größere Veränderungen der häuslichen Umgebung eines Demenzkranken, zum Beispiel neue oder umgestellte Möbel, müssen sehr behutsam geschehen.

Geborgenheit in der Familie bieten

Der Umgang der Pflegenden und Bezugspersonen des Alzheimer-Patienten soll den milieutherapeutischen Prinzipien folgend von Respekt, Akzeptanz und Bestätigung geprägt sein – eben wie bei jedem anderen Menschen auch.

Allerdings muss beispielsweise die Kommunikation an die Bedürfnisse des Kranken angepasst werden. Um ihn nicht zu überfordern, sollte in eindeutigen, kurzen Sätzen gesprochen werden. Der Sinn des Gesprochenen wird durch Berührungen und Blickkontakt ergänzt, etwa den Patienten unterzuhaken, wenn es zum Nachmittagsspaziergang geht.

Auch ein geregelter Tagesablauf mit festen Essens-, Beschäftigungs- und Bettzeiten gehört zu einem geeigneten Milieu. Die betreuenden Personen sollten den Alltag der Patienten bewusst gestalten und ihnen an die Biographie angepasste Beschäftigungsangebote machen, zum Beispiel Gartenarbeit oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Es ist wichtig, den Patienten so gut es geht in das normale Familienleben einzubinden.

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Stand: 24-Nov-2017, 02:11 PM
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