ICAD 2010: So können Sie der Alzheimer-Demenz vorbeugen!

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Derzeit erhältliche Medikamente gegen Alzheimer-Demenz können das Fortschreiten der Krankheit verzögern und vor allem die alltagspraktischen Fertigkeiten länger erhalten – ein Heilmittel gibt es aber noch nicht. Alzheimer-Forscher auf der ganzen Welt suchen deshalb nach Möglichkeiten, der Erkrankung vorzubeugen. Auf der „International Conference on Alzheimer’s Disease (ICAD 2010)“ auf Hawaii wurden die neusten Forschungsergebnisse aus der Alzheimer-Prävention vorgestellt.

Runter vom Sofa – Sport hält das Gehirn fit

Die Neurologin Dr. Zaldy Tan vom Brigham and Women's Hospital in Boston berichteten, dass regelmäßige Bewegung vor Alzheimer-Demenz schützen kann. In einer Studie mit mehr als 1200 Teilnehmern bestimmte Dr. Tan mit ihren Kollegen wie viel sich die Senioren im Laufe eines Tages bewegten. Anschließend beobachteten sie, wie häufig die entsprechenden Personen an einer Demenz erkrankten.

Im Laufe der folgenden zwei Jahrzehnte stellten sie so fest, dass Studienteilnehmer, die sich moderat bis viel bewegten ein 40 Prozent niedrigeres Demenzrisiko hatten. Personen, die sich am wenigsten bewegt hatten, erkrankten mit 45 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit an Demenz als die "sportlichsten" Studienteilnehmer.

Tee oder Kaffee? Nicht nur Geschmackssache

Wie Tee und eventuell auch Kaffee vor Alzheimer bewahren könnten, erläuterte auf der Konferenz Dr. Lenore Arab von der University of California in Los Angeles. Mit ihren Kollegen analysierte sie die Daten von mehr als 4800 Männern und Frauen im Alter von 65 Jahren oder darüber. Dabei suchten die Forscher nach einer Verbindung zwischen dem Tee- beziehungsweise Kaffeekonsum und einer Veränderung der kognitiven Funktion im Laufe der Zeit. Die Studienteilnehmer wurden bis zu 14 Jahre beobachtet und ihre kognitive Leistungsfähigkeit regelmäßig untersucht.

Es zeigte sich, dass bei Teetrinkern die kognitive Leistungsfähigkeit deutlich weniger abnahm als bei Personen, die keinen Tee tranken. Genauer gesagt: Die kognitive Funktion von Studienteilnehmern, die fünf bis zehnmal im Jahr Tee tranken, nahm um 17 Prozent weniger ab. Personen, die ein- bis viermal die Woche Tee zu sich nahmen, zeigten einen um 37 Prozent verringerten geistigen Abbau.

Kaffee hatte in dieser Studie dagegen zumeist keine Effekte, ausgenommen bei den Studienteilnehmern mit dem höchsten Konsum – bei ihnen verminderte sich der geistige Abbau um 20 Prozent.

Ab in die Sonne – ein gesundes Gehirn braucht Licht

Aktuelle europäische Studien deuten darauf hin, dass ein Mangel an Vitamin D mit einem erhöhten Risiko für kognitive Beeinträchtigung und Demenz verbunden ist. Dr. David Llewellyn von der University of Exeter berichtete von einer Stichprobe US-amerikanischer Senioren. Bei ihnen zeigte sich, dass ein Vitamin-D-Mangel mit einer um 42 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für kognitive Beeinträchtigungen verbunden war. Bei einem schweren Mangel konnte die Wahrscheinlichkeit auf rund 400 Prozent höher ansteigen.

„Da die Haut im Alter weniger Vitamin D produziert und alte Menschen oft viel Zeit drinnen verbringen, haben die meisten von ihnen einen unterschiedlich starken Mangel. Ob eine Supplementierung mit Vitamin D Sinn macht, ist bislang ungeklärt und verlangt nach weiteren Untersuchungen“, erklärte Llewellyn.

Quelle: International Conference on Alzheimer’s Disease (ICAD 2010), Honolulu, 10 bis 15. Juli 2010

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Stand: 20-Nov-2017, 04:51 AM
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