Den Alltag mit Demenz meistern und gestalten

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Zu den für Angehörige und Betroffene schmerzlichsten Begleiterscheinungen der Alzheimer- Demenz ist der Verlust der Fähigkeit zu kommunizieren. Nach und nach ist es nicht mehr möglich, mit dem Partner oder Elternteil wie gewohnt Gespräche zu führen. Dennoch gibt es Wege, miteinander in Kontakt zu bleiben.

Grundvoraussetzung dafür ist es, sich immer wieder in die Situation des Kranken zu versetzen. Denn vieles, von dem Gesunde ganz selbstverständlich sprechen, ist für den Demenzbetroffenen völlig neu und unverständlich. Die Folge: Er reagiert verstört oder verärgert.

In die Realität der Demenz eintauchen

Mit dieser Absicht können sich Angehörige leichter auf das Verhalten eines demenzkranken Familienmitglieds einstellen. Auch wenn es manchmal schwer fällt, raten Experten, geduldig auf Wiederholungen zu reagieren oder das Gespräch auf ein anderes Thema zu lenken. Schließlich ist es sinnlos, einen Demenzkranken darauf hinzuweisen, dass er immer wieder das Gleiche sagt.

Ein weiteres Merkmal der Demenzerkrankung ist, dass die Betroffenen Vergangenheit und Gegenwart nicht mehr auseinander halten können und eine ganz eigene Realität entwickeln. Auch hier gilt: Angehörige sollten sich auf diese Realität einlassen und die Äußerungen, Gefühle und das Verhalten der Kranken ernst nehmen.

Gedächtnisstützen in den Alltag einbauen

Wer im Büro wichtige Aufgaben nicht vergessen will, schreibt sich häufig kleine Zettel, die er dort anbringt, wo er sie oft im Blick hat. Ähnlich hilfreich sind solche Gedächtnisstützen auch im Alltag mit Demenzkranken. An Orten angebracht, die häufig frequentiert werden, z.B. an der Kühlschrank- oder Badezimmertür, geben sie Antworten auf Fragen, die den Demenzkranken beschäftigen oder Informationen zum Tagesablauf. Auch ein Poster mit Fotos und kurzen Informationen zu allen Haushaltsmitgliedern (auch Haustieren), Pflegekräften oder Haushaltshilfen hilft den Betroffenen.

Eine gute Basis, um miteinander ins Gespräch zu kommen und positive Gefühle beim Demenzkranken zu wecken, kann auch ein Fotoalbum sein, in dem die Angehörigen mit Bildern die Ereignisse und Situationen in der Vergangenheit festhalten und kurz beschreiben, die dem kranken Angehörigen viel bedeuten. Ein solches Erinnerungsalbum mit Schlüsselerlebnissen seines Lebens hilft dem Demenzkranken auch, seine Identität zu wahren.

Weniger ist mehr

Um Gespräche mit Demenzkranken für beide Seiten befriedigend zu gestalten, sollten Fragen an den Betroffenen möglichst einfach sein, für den reinen Informationsaustausch genügen auch Fragen, die sich mit Ja oder Nein beantworten lassen. Die Wahl zwischen verschiedenen Alternativen fällt Demenzkranken nämlich schwer, Ironie oder übertragene Bedeutungen verstehen sie nicht mehr. Um eine Frage zu beantworten oder über den nächsten Arbeitsschritt nachzudenken, benötigen Demenzkranke außerdem Zeit und Ruhe. Wer sich darauf einstellt, bringt auch die notwendige Geduld auf.

Manche Botschaften lassen sich jedoch auch ganz ohne Worte vermitteln. Berührungen – streicheln, in den Arm nehmen, eine Massage – sind sehr direkte Wege der Verständigung. Gerade bei Demenzkranken erzeugt die körperliche Zuwendung oft eine größere Nähe als jedes Gespräch.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Stand: 19-Nov-2017, 03:09 PM
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