Die besten Wirkstoffe gegen Alzheimer

KÖLN (MedCon) - Zwei Arzneimittelgruppen stehen zur Behandlung der Alzheimer-Demenz zur Verfügung. In der einen Gruppe, den N-Methyl-D-Aspartat-Antagonisten gibt es derzeit nur einen Wirkstoff: Memantine. Zur zweiten Arzneimittelgruppe, den Cholinesterasehemmern, gehören die Wirkstoffe Donepezil, Rivastigmin und Galantamin. Die beiden Wirkstoffgruppen haben eine unterschiedliche Wirkweise.

Ordnung ins Botenstoff-Chaos bringen

Memantine wirkt positiv auf die bei Alzheimer-Demenz gestörte Glutamatübertragung. Bei Demenzpatienten kann die Glutamatkonzentration zwischen den Nervenzellen erheblich ansteigen. Glutamat bindet an der Nervenzelle an bestimmten Rezeptoren. Diese tragen den Namen N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptoren, kurz NMDA-Rezeptoren.

Der NMDA(-Rezeptor)-Antagonist Memantine beeinflusst diese Rezeptoren so, dass die schädigende Wirkung einer erhöhten Konzentration des Botenstoffes Glutamat zwischen den Nervenzellen (Synapsen) reguliert wird und die negativen Einflüsse einer zu hohen Glutamatkonzentration vermieden werden. Dadurch kann die Demenzsymptomatik verbessert oder verzögert werden, dazu zählen u.a. die Verbesserung geistiger Funktionen und der Alltagsfähigkeiten. Entscheidend ist auch, dass bei Patienten mit demenzbezogenen Verhaltensstörungen, wie Aggressivität und Wahnvorstellungen, eine Minderung dieser Symptome zusätzlich erreicht werden kann. Bei fortgeschrittener Alzheimer-Demenz führt Memantine zu Verbesserungen bei der Pflege, so dass auch pflegende Angehörige von der Therapie profitieren.

Cholinesterasehemmer wirken dagegen auf den Botenstoff Acetylcholin. Durch den Abbau von Nervengewebe herrscht im Gehirn von Alzheimer-Patienten ein Mangel an diesem Botenstoff, der für die Übertragung von Nervensignalen unverzichtbar ist. Wirkstoffe wie Donepezil, Rivastigmin und Galantamin blockieren den Abbau des noch vorhandenen Acetylcholins und erhöhen so die Menge im Gehirn.

Verträglichkeit ist ein großes Plus

Nur Memantine ist in Deutschland als Antidementivum für Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz zugelassen. Cholinesterasehemmer sind bei leichten bis mittelschweren Formen der Alzheimer-Demenz zugelassen.

Ein weiterer Unterschied: Memantine wird anders abgebaut als die meisten anderen Medikamente und ist so auch für ältere Patienten geeignet, die an verschiedenen Krankheiten leiden und schon eine ganze Reihe von Arzneimitteln einnehmen. "Dies ist ein großes Plus", bestätigte auch Prof. Lutz Fröhlich, der auf der 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Berlin zum Thema Alzheimertherapie referierte.

Quelle: MedCon, Oktober 2007

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Stand: 19-Nov-2017, 02:54 PM
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