Ein sicheres Gefühl für die Zukunft

© Andreas Ernst - Fotolia.com

KÖLN (Biermann) – Die Alzheimer-Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung. In den späteren Krankheitsstadien sind die Betroffenen meist nicht mehr in der Lage, Entscheidungen zu treffen oder ihren Willen deutlich zu machen. Mit einer sorgsamen Planung für die Zukunft sollte deshalb frühzeitig begonnen werden.

So können die Erkrankten sicher gehen, dass nicht später einmal andere Menschen Entscheidungen für sie treffen, mit denen sie möglicherweise nicht einverstanden gewesen wären. Der Gesetzgeber bietet dafür drei verschiedene, kombinierbare Möglichkeiten an: die Vorsorgevollmacht, die Betreuungsverfügung und die Patientenverfügung.

Selbst entscheiden, wer später einmal entscheiden soll

Mit einer Vorsorgevollmacht kann der Demenzkranke eine Person, der er vertraut, zum Beispiel den Ehepartner oder ein erwachsenes Kind, als gesetzlichen Vertreter bestimmen – für den Fall, dass er einmal selbst keine Entscheidungen treffen kann.

In der Vorsorgevollmacht wird genau festgelegt, in welchen Aufgabenbereichen der Bevollmächtigte den Erkrankten vertreten soll: zum Beispiel in Vermögensangelegenheiten, beim Verwalten der Post, bei der Organisation der häuslichen Pflege, bei Entscheidungen über ärztliche Behandlungen aber auch über den Umzug in eine Pflegeeinrichtung. Die oft sehr persönliche Natur dieser Aufgabenbereiche zeigt, wie wichtig das Vertrauensverhältnis zwischen dem Demenz-Patienten und dem von ihm bestimmten gesetzlichen Vertreter ist.

Vorsorgevollmacht beglaubigen und registrieren lassen

Eine Vorsorgevollmacht muss immer schriftlich ausgestellt werden. Eine offizielle Beglaubigung (z. B. durch einen Notar) ist sinnvoll, da insbesondere Banken und Behörden die Vollmacht sonst häufig nicht anerkennen. Die Vollmacht kann bei der Bundesnotarkammer (www.bnotk.de) registriert werden. Dort kann man in Notfällen nachfragen, ob eine Vorsorgevollmacht existiert und wer der Bevollmächtigte ist.

Auch wenn es bei einer fortschreitenden Krankheit wie der Alzheimer-Demenz unangenehm oder gar schmerzhaft sein kann, über die Zukunft nachzudenken: Warten Sie mit dem Ausstellen einer Vorsorgevollmacht nicht zu lange! Das ist nämlich nur möglich, wenn der Betroffene noch voll geschäftstüchtig ist – und das ist nur bei beginnender Demenz der Fall.

Auch mit Vollmacht hat die Entscheidungsbefugnis Grenzen

Selbst wenn eine gültige Vorsorgevollmacht vorliegt, gibt es Einschränkungen der Entscheidungsbefugnis des Bevollmächtigten. Wenn dem Demenzkranken zum Beispiel eine risikoreiche Operation bevorsteht oder freiheitsentziehende Maßnahmen angewandt werden sollen, müssen diese vom Betreuungsgericht gesondert genehmigt werden.

Weitere Artikel aus dem Monatsspecial

zurück zur Übersicht

Login für Fachkreise

Wir befolgen die HONcode Prinzipien.
verify here.
afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/07: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Merz Pharmaceuticals und sein/ihr Internet-Angebot: www.alzheimerinfo.de

Transparenz für Gesundheitsinformationen



letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

produced by GPM mbH

Erweiterte Suche

Suchergebnisse filtern auf folgende Bereiche




Merz [Logo] Merz [Logo]

Ein sicheres Gefühl für die Zukunft - alzheimerinfo.de

URL: http://www.alzheimerinfo.de/aktuelles/monatsspecial/archiv/ms_11_2011/zukunft_1/zukunft_1.jsp
Stand: 22-Nov-2017, 04:44 AM
© 2017 alzheimerinfo.de. Alle Rechte vorbehalten.