Große Hoffnung Alzheimer-Impfung

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BERLIN (MedCon) – Das Immunsystem des Menschen ist in der Lage, Bakterien, Viren, Parasiten und giftige Schadstoffe zu bekämpfen und zu beseitigen. Wichtig ist nur: Das Immunsystem muss die Krankheitserreger und Schadstoffe als körperfremd erkennen, damit es seine Abwehrkräfte in Gang setzt. Eine Impfung gegen Alzheimer, die auf der Aktivierung des Immunsystems basiert, erscheint deshalb zunächst problematisch, denn die krankmachenden Beta-Amyloid-Plaques bestehen aus körpereigenen Proteinen.

Dennoch versuchen Forscher eine Impfung gegen Alzheimer-Demenz zu entwickeln. Denn während der Körper Beta-Amyloid-Proteine kennt, sind die bei Alzheimer daraus entstehenden Knäuel und Plaques etwa Fremdes, dass zum Angriffsziel des Immunsystems werden kann.

Rückschläge bleiben nicht aus

Einen Dämpfer erhielt die Erforschung der Alzheimer-Impfung, als es vor einigen Jahren bei einer Studie, bei der ein neuer Impfstoff ausprobiert wurde, zu schweren Nebenwirkungen bei einem Teil der Studienteilnehmer kam. Doch trotz dieses Rückschlags ergab sich tatsächlich auch noch etwas Gutes aus dieser Studie: Die Studienteilnehmer, die keine der schweren Nebenwirkungen zeigten, hatten tatsächlich Antikörper gegen die schädlichen Amyloid-Plaques gebildet. Antikörper gehören zum Waffenarsenal des Immunsystems, mit dem es gegen Krankheitserreger und Schadstoffe vorgeht.

Eine Impfung muss sicher sein

Inzwischen ist die Forschung an der Alzheimer-Impfung wieder voll im Gange, wobei Bemühungen im Vordergrund stehen, Nebenwirkungen – wie etwa schwere Entzündungen – besser auszuschließen. Es laufen derzeit verschiedenste Studienprogramme, in denen vor allem die passive Immunisierung gegen Alzheimer erforscht wird. Passive Immunisierung bedeutet, dass dem Körper Antikörper gespritzt werden, die speziell die Alzheimer-Plaques angreifen.

Ein langer Weg bis zum Patienten

Einige Studien testen auch eine aktive Immunisierung, bei der dem Patienten winzige Fragmente der Alzheimer-Plaques injiziert werden und er dann selbst Antikörper bildet. Viele der Studien befinden sich noch in einer frühen Phase, in der der Impfstoff an einigen wenigen Menschen auf Verträglichkeit und Sicherheit getestet wird.

Allerdings gibt es auch Impfstoffe, die in der Entwicklung schon weiter fortgeschritten sind und inzwischen an einer größeren Anzahl von Menschen auf ihre Wirksamkeit getestet werden, um so die Marktzulassung zu erreichen. So blickt die Wissenschaft was die Impfung gegen Alzheimer angeht durchaus zuversichtlich in die Zukunft. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Auch wenn sich ein Impfstoff in einer fortgeschrittenen Studienphase befindet, ist nicht absehbar, ob und wann er tatsächlich für die Behandlung von Patienten zur Verfügung stehen wird.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 24-Nov-2017, 02:11 PM
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