Neue Wege in der Behandlung der Alzheimer-Demenz

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BERLIN (MedCon) – Jedes Jahr im Herbst treffen sich in Berlin an die 7000 Psychiater und Neurologen aus vielen Teilen Europas, um über die neuesten Therapiemöglichkeiten und Forschungsergebnisse in den beiden Fächern zu diskutieren. Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde – kurz DGPPN-Kongress genannt – stand ein Thema wieder ganz oben auf dem Programm: die Behandlung der Alzheimer-Demenz.

Da in Deutschland – ebenso wie in anderen Industrienationen – die Menschen immer älter werden, nehmen auch die Erkrankungen an Alzheimer-Demenz zu; letztlich ist Alzheimer eine Erkrankung des Alters. Deshalb forschen Spezialisten fieberhaft nach Möglichkeiten, um diese Erkrankung zu bekämpfen. Auch wenn es heute noch kein Heilmittel gibt, wurden – was die Behandlungsmöglichkeiten angeht – schon Erfolge erzielt: Medikamente wie der NMDA-Antagonist Memantine oder die Cholinesterasehemmer können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen.

Vereinfachung der Therapie

„Um den Patienten längstmöglich ihre Alltagskompetenz zu erhalten, gilt es, diese Patienten adäquat zu behandeln“, erklärte Prof. Lutz Frölich aus Mannheim auf dem Symposium „Demenz und Depression – harte Prüfung und große Chancen“. Bereits heute können die Symptome gelindert und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden. So bessert der Wirkstoff Memantine beispielsweise die kognitiven und alltagspraktischen Fähigkeiten der Patienten. Die regelmäßige und mehrmals tägliche Einnahme von Tabletten kann sich für Patienten und Pflegepersonen im Alltag jedoch als schwierig erweisen. Nicht selten weigert sich der Erkrankte, Medikamente zu schlucken, da er nicht mehr versteht, weshalb dies notwendig ist. Hier schafft nun eine neue Darreichungsform des Alzheimer-Medikaments Memantine Abhilfe, das nur noch einmal am Tag eingenommen werden muss.

Alzheimer-Impfung ist weiter Hoffnungsträger

Doch so wichtig die Linderung der von Alzheimer verursachten Krankheitssymptome ist, damit will die Medizin sich nicht zufriedengeben. Ein großer Hoffnungsträger der Alzheimer-Forschung ist die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Alzheimer. Wie weit die Entwicklung einer Impfung gegen Alzheimer-Demenz fortgeschritten ist, berichtete auf dem DGPPN-Kongress Prof. Christoph Hock, Chefarzt der Abteilung für psychiatrische Forschung der Universität Zürich.

Die Alzheimer-Impfung soll einmal ebenso funktionieren wie etwa die Masern- oder Tollwut-Impfungen. Angriffsziel sind jedoch keine Krankheitserreger, wie Viren oder Bakterien, sondern die gefährlichen Ablagerungen von Beta-Amyloid-Protein im Gehirn. Lesen Sie hierzu mehr in „Große Hoffnung Alzheimer-Impfung“.

Neuartige Hemmstoffe verhindern Alzheimer-Plaques

Doch die Impfung gegen Alzheimer ist nicht der einzige neue Therapieansatz, den die Wissenschaft derzeit verfolgt. Im Rahmen des Symposiums "Innovative Therapieansätze bei Morbus Alzheimer" wurde noch eine ganze Reihe anderer Behandlungsstrategien vorgestellt.

So ist es Forschern am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden Anfang dieses Jahres gelungen, gezielt einen der wichtigsten Auslöser der Alzheimer-Krankheit zu hemmen, das Enzym ß-Sekretase. Welche Möglichkeiten in der Hemmung von Sekretasen liegen, erklärte Dr. Jörg B. Schulz vom Universitätsklinikum Göttingen, der an der Forschungsarbeit der Max-Planck-Forscher beteiligt war.

Lesen Sie mehr zu den neuen Ansätzen in der Alzheimertherapie in „Viele Wege, ein Ziel“.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 20-Nov-2017, 04:42 AM
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