Musik: Resistent gegen das Vergessen

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Für eine optimale Betreuung von Patienten mit Alzheimer-Demenz ist es sinnvoll, die medikamentöse Therapie durch zusätzliche Maßnahmen zu ergänzen. Eine musik- oder kunsttherapeutische Behandlung kann dem Patienten weitere Lebensqualität geben und den Angehörigen die Pflege erleichtern.

Erinnerungen an die Jugend – Singen geht immer

Musik ist ein sehr zuverlässiger Zugang zu Menschen, die aufgrund einer Demenz-Erkrankung zunehmend apathisch werden und nicht mehr sprechen können oder wollen. Vertraute Musikstücke aus der Jugend sprechen den Erkrankten auf einer emotionalen Ebene an. Das Langzeitgedächtnis ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt bei Patienten mit Alzheimer-Demenz, da dieses länger erhalten bleibt als das Kurzzeitgedächtnis. Selbst Demenz-Patienten, die im Laufe der Erkrankung ihre Sprache verloren haben, können einen früh im Lebenslauf erlernten Liedtext oft noch flüssig mitsingen.

Musik ist nicht gleich Musik

Musik kann unterschiedliche Effekte auf die Patienten mit Alzheimer-Demenz haben: Apathische Patienten können wacher und vitaler werden. Bei Unruhe und Angst kann Musik Orientierung bieten und die Angst lindern. Zudem kann Musik die Stimmung anheben. Allerdings „ist Musik nicht gleich Musik“, sagt die Berliner Musiktherapeutin Dorothea Muthesius. „Es ist wichtig nach der richtigen Musik zu suchen und diese dann zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Dosierung anzubieten“, erklärt sie. Musik sollte deshalb nie wahllos eingesetzt werden. Empfehlenswert ist die Unterstützung eines erfahrenen Musiktherapeuten.

Ein sorgfältiger Blick in die Biographie

Bei der Musiktherapie für Demenz-Kranke kommt der Biographiearbeit eine bedeutende Rolle zu. Musikstücke aus der Jugend werden am ehesten wiedererkannt – und haben den positivsten Einfluss auf die Patienten. Allerdings ist auch zu beachten, dass Menschen mit Demenz in den verschiedenen Stadien der Erkrankung unterschiedliche Reaktionen auf Musik zeigen.

Im Allgemeinen gelte, dass mit zunehmendem Schweregrad der Demenz die Bedeutung von Musik zunehme und zu einem der wichtigsten Wege der Kommunikation werden könne, erklärt Dr. Muthesius.

Schlüssel zu den Emotionen

„Die Musiktherapie kann ein Schlüssel zu den Emotionen sein. Gerade Volkslieder sind sehr tief gespeichert und oft auch mit Energie und Freude verbunden. Das kann man zurück bringen und für manche Patienten kann das die Rückkehr zu guter Lebensqualität bedeuten“, berichtet Prof. Johannes Kraft, Chefarzt der Fachklinik für Rehabilitation und Geriatrie in Coburg, wo Musiktherapie seit einigen Jahren fester Bestandteil der Behandlung von Menschen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz ist.

Einen Musiktherapeuten finden

Auf der Internetseite der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft sind die Adressen von Musiktherapeuten zu finden: www.musiktherapie.de. Wichtig: Erkundigen Sie sich bei dem entsprechenden Therapeuten, ob er schon Erfahrung in der Behandlung von Demenz-Kranken hat.

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Stand: 17-Oct-2017, 02:07 AM
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