Therapiehunde – auch bei Demenzpatienten erfolgreich

Frankfurt am Main, 28.10.2010

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Was Familienangehörigen oder professionell Pflegenden nicht immer gelingt, können Therapiehunde möglicherweise schaffen: Patienten mit Alzheimer-Demenz wieder ein kleines Stück ins Leben zurück zu holen. Selbst bei Patienten, die sonst auf niemanden reagieren, können Tiere den Zugang erleichtern und einen positiven Einfluss auf die Kranken haben.

Patienten, die scheinbar versunken, in ihrer eigenen Welt zu leben scheinen, streicheln die Hunde, fangen an, mit ihnen zu sprechen oder zeigen einfach nur ein Lächeln. Die Therapiehunde geben Freude und Zärtlichkeit, Bestätigung und Anerkennung, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten. Sie reagieren auf nonverbale Gesten und Berührungen und erfassen instinktiv Emotionen und Stimmungen.

Natürlich ist nicht jeder Hund für diese anspruchsvolle Aufgabe geeignet. Nur gutmütige, ruhige und sensible Tiere dürfen mit der Ausbildung beginnen, in der sie individuell geschult werden, auf die besonderen Bedürfnisse von Demenzpatienten zu reagieren.

Studie: Hunde als Therapeuten bei Einsamkeit im Pflegeheim

Professor Banks, Universität St. Louis, USA, konnte im Rahmen einer sechswöchigen Studie, zeigen, dass sich Pflegeheimbewohner, die regelmäßig Kontakt mit einem Therapiehund hatten, weniger einsam fühlten. Das Ausmaß der Einsamkeit wurde mit Hilfe einer speziellen Einsamkeits-Skala erfasst. Dabei war der Effekt besonders groß, wenn die Bewohner den Hund ganz für sich alleine hatten und bei Bewohnern mit hohen Scores auf dieser Skala.

Quelle: Banks et al. (2005), Anthrozoos 18 (4): 396-408

Der „Alzheimerhund“

Wenn sich demenziell erkrankten Menschen in ihre eigene Welt zurückziehen, zu der Pflegekräfte und Angehörige kaum noch Zugang finden, können Tiere Mittler sein. Hunde äußern ihre Zuneigung ganz direkt - durch Schwanzwedeln, Anstupsen oder Anschmiegen. Sie reagieren auf Berührungen, Gesten, Augenkontakt und andere nonverbale Signale und erfassen Stimmungen und Gefühle intuitiv. Mensch und Tier verständigen sich auf einer tiefen emotionalen Ebene, die von der Krankheit nicht betroffen ist.

Ein Hund reflektiert nicht und urteilt nicht. Er hadert nicht mit den Schwächen seines Gegenübers. Es stört ihn nicht, wenn ein Mensch immer wieder dieselben Dinge erzählt, wenn Worte unverständlich sind oder keinen Sinn ergeben. Für einen Hund ist sein Gegenüber vollkommen. Seine Zuneigung ist unvoreinge-nommen, ehrlich und bedingungslos. Damit erfüllt er die ganz ursprüngliche Sehnsucht nach Nähe, Wärme, Trost, Zärtlichkeit, Bestätigung und Anerkennung.

Oftmals löst der vierbeinige Therapeut bei demenziell Erkrankten den Wunsch nach Fürsorge und Pflege aus. Ein Bedürfnis, das tief im Gedächtnis verankert ist. Die Erfahrung, gebraucht zu werden, wichtig zu sein und eine sinnvolle Aufgabe zu haben, stärkt das Selbstwertgefühl der Betroffenen und ermuntert sie zur Aktivität. Durch ihr offenkundiges und unbefangenes Einfordern von Bedürfnissen sorgen Tiere im Alltag für Struktur und Orientierung. Ein Hund wie Valentin weckt Erinnerungen und knüpft ein Band zur Wirklichkeit. Damit kann er zum Anker werden, in einer Welt, die immer fremder wird. Und er übernimmt konkrete Aufgaben: er bringt Gegenstände, hebt herunter gefallene Dinge auf, oder holt Hilfe, wenn einer der Senioren Probleme hat. Auch dem Pflegepersonal und den Angehörigen öffnet er Türen. Gemeinsames Beobachten, Streicheln, Gespräche mit oder über das Tier verbinden und sorgen für eine heitere, entspannte Atmosphäre. Für Pflegende können Tiere ein Schlüssel sein, zur Welt demenziell erkrankter Menschen.

Quelle: VITA Assistenzhunde e. V.

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