Geistige Aktivität – potenzieller Schutz vor Alzheimer-Demenz?

Frankfurt am Main, 15.03.2012

Wer im Laufe seines Lebens und vor allem in jungen Jahren geistig aktiv ist, scheint möglicherweise ein geringeres Risiko für die Entwicklung einer Alzheimer-Demenz zu haben. Diese Hypothese konnten US-amerikanische Wissenschaftler kürzlich mit Hilfe spezieller nuklearmedizinischer Verfahren untermauern.

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Sie bestimmten die für eine Alzheimer-Demenz charakteristischen Ablagerungen von Beta-Amyloid im Gehirn und versuchten herauszufinden, ob eine mögliche Assoziation zur geistigen Aktivität im Lebensverlauf der Studienteilnehmer bestand.
Hierfür wurde ein Radiopharmakon appliziert, das spezifisch an Beta-Amyloid bindet ([11C] Pittsburgh Compound B), und das auf diese Weise markierte Beta-Amyloid quantitativ mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) nachgewiesen.

Untersucht wurden 65 gesunde Senioren ohne kognitive Defizite (durchschnittliches Alter 76 Jahre) sowie als Vergleich 11 gesunde junge Kontrollpersonen und 10 Patienten mit einer Alzheimer-Demenz. Die Senioren wurden gebeten, ihre geistigen Aktivitäten (z. B. Lesen, Schreiben oder Gesellschaftsspiele) während verschiedener Lebensabschnitte mit Hilfe einer Selbstbewertungsskala zu beurteilen.

Das Ergebnis: Eine ausgeprägte geistige Aktivität im Laufe des Lebens, insbesondere aber in den frühen und mittleren Lebensabschnitten, war mit einer verminderten Aufnahme von [11C] Pittsburgh Compound B ins Gehirn assoziiert, was auf eine geringe Beta-Amyloid-Ablagerung im Gehirn schließen lässt.

Wurden die Senioren, bezogen auf das Ausmaß ihrer geistigen Aktivität, anhand statistischer Methoden sog. Tertilen zugeordnet, ergab sich bei Senioren in der höchsten Tertile eine vergleichbare Aufnahme von [11C] Pittsburgh Compound B ins Gehirn wie bei den jungen Kontrollpersonen. Senioren in der niedrigsten Tertile wiesen hingegen ähnliche Muster auf wie die Patienten mit Alzheimer-Demenz.

Geistige Aktivität im frühen und mittleren Lebensalter scheint die Ablagerung von Beta-Amyloid zu verlangsamen und könnte möglicherweise einen Einfluss auf die Entwicklung und den Verlauf einer Alzheimer-Demenz haben, so die Schlussfolgerung der Autoren. Allerdings stellt geistige Aktivität nur einen von vielen Lebensstilfaktoren dar, für die potenzielle vorbeugende Effekte im Zusammenhang mit einer Alzheimer-Demenz diskutiert werden.

Quellen:
Landau et al. Arch Neurol. 2012 Jan 23.


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Stand: 19-Nov-2017, 11:23 AM
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