Ergebnisse der DIAS-Studie

Die Versorgung von Demenzkranken muss nachhaltig verbessert werden

Frankfurt am Main, 16.04.2008

"Die medizinische und pflegerische Situation der Demenzkranken muss dringend und nachhaltig verbessert werden", so Prof. Hans Gutzmann, der Vorsitzende der Deutschen Alterspsychiater, bei der Vorstellung einer neuen Studie zur Situation der Demenzversorgung im ambulanten Sektor (DIAS). Im Rahmen der Untersuchung hat die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V. (DGGPP) von über 900 ambulanten Pflegediensten Daten zur Versorgung der von ihnen betreuten Demenzkranken analysiert.

Angehörige sind überfordert

"Viele pflegende Angehörige sind überfordert, und das ist die Hauptursache, dass Demenzkranke ins Heim umziehen müssen", so Prof. Hans Gutzmann zum wichtigsten Ergebnis der Studie. Zur Zeit leben etwa 1,5 Millionen Demenzkranke in Deutschland. Etwa dreiviertel aller Demenzpatienten werden zu Hause versorgt. Die finanzielle und pflegerische Hauptbelastung tragen heute immer noch die pflegenden Angehörigen.

Weniger als die Hälfte der Demenzpatienten erhalten Antidementiva

In der Untersuchung wird eine ganze Reihe von Bereichen festgestellt, in denen Unter- und Fehlversorgungen herrschen, so z.B. auch im Bereich der medikamentösen Therapie. Mehr als die Hälfte der ärztlich diagnostizierten Demenzkranken erhielten keine Antidementiva. Der Umzug ins Heim könnte bei vielen Betroffenen jedoch hinausgezögert werden, wenn rechtzeitig therapiert werde. "Muss ein Demenzpatient ins Heim, weil eine häusliche Pflege nicht mehr möglich ist, entstehen für die Pflegeversicherung (bei angenommener Pflegestufe zwei) monatliche Kosten in Höhe von 1.300 Euro und für den Sozialhilfeträger monatliche Kosten in Höhe von 1.300 Euro und für den Sozialhilfeträger monatliche Kosten in Höhe von rund 1.000 Euro. Wird die Heimunterbringung um nur einen Monat verzögert, könnte man also 2.300 Euro sparen. Dieser Beitrag würde ausreichen, um bei sechs Patienten einen Behandlungsversuch über drei Monate zu unternehmen", so die DGGPP.

Finanzierung der Demenzpatienten aus einem Topf

Das Resümee von Prof. Gutzmann: "Die Studie verdeutlicht erneut die immer drängendere Notwendigkeit, Behandlung und Pflege von Demenzkranken aus einem "Topf" zu finanzieren. Solange die Demenzen nur als Pflegeproblem betrachtet werden, sind die Chancen, die eine frühzeitige ärztliche Diagnostik und Behandlung bieten, nicht im Fokus des Systems. Das belegt erneut die aktuelle Diskussion um den Gesundheitsfonds und den damit verbunden krankheitsbezogenen Finanzausgleich der Krankenkassen untereinander (Morbi-RSA). Die Demenzen gehören nicht dazu und lassen zum heutigen Zeitpunkt eine weitere Verschlechterung der medizinischen Versorgung der Demenzkranken befürchten."

Weitere Informationen zur Studie zur Demenzversorgung im ambulanten Sektor

Grass-Kapanke / Kunczik / Gutzmann
54 Seiten, Tab. & Abb.
ISBN 978-3-935389-01-3

Die Studie ist zum Preis von € 5 erhältlich bei der
DGGPP e.V. - Geschäftsstelle
Postfach 1366
51657 Wiehl
oder per E-Mail gs@dggpp.de

Quelle: Presseinformation der DGGPP 2008

Weitere Informationen zu Antidementiva

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Stand: 19-Nov-2017, 11:20 AM
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