Demenz-Therapie: Ein Konzept auf drei Säulen

Frankfurt am Main, 04.07.2006

WIEN (MedCon) - "Derzeit werden in Österreich nur 15 bis 18 Prozent der Alzheimer-Patienten therapiert", monierte vor kurzem die Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM).

Dabei wäre die rechtzeitige Behandlung mit Medikamenten besonders wichtig, um das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern und damit "den Patienten, aber auch seine pflegenden Angehörigen zu entlasten und wieder mehr Lebensqualität zu schenken", gab Bundesministerin Maria Rauch-Kallat dabei zu Protokoll. "Durch eine frühe Diagnose können Angehörige frühzeitig in Hinblick auf Lebensplanung und Einschätzung des Verlaufs der Krankheit und über die damit verbundenen Problemstellungen informiert und herangeführt werden.

"Demenzen können heute zwar noch nicht geheilt werden, jedoch lässt sich bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung mit modernen Medikamenten die Verschlechterung um durchschnittlich ein Jahr hinauszögern. "Nach genauer Anamnese leitet der Allgemeinmediziner gezielt die notwendige Abklärung ein und koordiniert die weitere fachärztliche Untersuchung. In enger Kooperation zwischen dem Hausarzt und dem Facharzt wird nach der Differenzialdiagnostik durch den Facharzt die Therapie eingeleitet", erklärte ein Experte der ÖGAM.

Die Behandlung sollte über ein integratives, von der ÖGAM entwickeltes Gesamtkonzept erfolgen und auf drei Säulen aufbauen:

Bei der Pharmakotherapie werden dem Patienten so genannte Antidementiva verabreicht, die seine kognitiven Fähigkeiten und Alltagskompetenzen erhalten oder auch verbessern können, den Krankheitsverlauf verzögern und damit dem Kranken mehr Lebensqualität schenken und nicht zuletzt dadurch die Belastung der pflegenden Angehörigen reduzieren. Wesentlich ist es, so früh wie möglich mit der medikamentösen Behandlung zu beginnen, da die anderen Therapiebestandteile mit dem zunehmenden Schweregrad der Demenz schwerer greifen.

Neben der Gabe innovativer Medikamente wird der Patient auch psychologisch mit Verhaltens-, Kunst- und Musiktherapie, kognitivem Training oder Biographiearbeit begleitet. Allgemein aktivierende Maßnahmen wie Spazierengehen, Wandern, Schwimmen oder Tanzen tragen dazu bei, die Lebensqualität des Erkrankten zu verbessern. Im fortgeschrittenen Stadium ist auch ein Training der Alltagsfunktionen (etwa Toilettentraining) erforderlich.

Die Soziotherapie schließlich beinhaltet die Pflege des Patienten sowie Hilfsangebote und Beratungen für pflegende Angehörige. Von der Entlastung der Angehörigen profitiert auch der Demenz-Kranke selbst, da dadurch auch seine Situation verbessert wird.

Quelle: ÖGAM, Mai 2006.

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Stand: 18-Jan-2018, 12:36 PM
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