Autofahren: (K-)Eine Hürde bei Alzheimer-Erkrankung?

Frankfurt am Main, 01.03.2006

KÖLN (MedCon) - Allein die Diagnose einer Alzheimer-Erkrankung rechtfertigt nicht, dass auf das Autofahren verzichtet werden muss. Diese ermutigende These stammt aus einer Studie an der Universität Köln. Erstmals in Deutschland werden dort unter der Leitung von Prof. Rüdiger Mielke die Auswirkungen einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung auf die Fahrfähigkeit untersucht.

Dabei sollen geeignete neuropsychologische Vorhersagefaktoren ermittelt werden, mit deren Hilfe die Fahreignung bei beginnender Alzheimer-Erkrankung prognostiziert werden kann. Denn der individuelle Krankheitsverlauf führt bisher dazu, dass die Fahreignung der betroffenen Personen unterschiedlich lange erhalten bleibt. Zudem können mitunter Defizite, z.B. durch Fahrerfahrung oder angepasste Fahrweise (wie Verzicht auf Nachtfahrten), ausgeglichen werden.

Die Studie will zuverlässige Kriterien finden, die fahrgeeignete Personen von solchen, die möglicherweise ein Verkehrsrisiko darstellen, unterscheiden. Zudem soll festgestellt werden, inwieweit Defizite ausgeglichen werden können.

Für ältere Menschen ist das Autofahren oft von großer Bedeutung, weil sie damit ihre Mobilität und ihre Selbstständigkeit erhalten. Bei einem beginnenden Morbus Alzheimer kommt es zu kognitiven Beeinträchtigungen, die sich auf die Fahreignung auswirken und ein Risiko darstellen können. Die Erkrankung führt folglich im weiteren Fortgang unweigerlich zum Verlust der Fahreignung.

Einheitliche Kriterien, die eine Verkehrsgefährdung anzeigen, liegen bislang nicht vor. Derzeitige Erkenntnisse zu diesem Thema stützen sich ausschließlich auf die internationale Forschung. Diese sind jedoch nicht auf die hiesigen Verhältnisse übertragbar. Sowohl die Verkehrsbedingungen als auch kulturspezifische Unterschiede lassen eine Übertragung nicht zu.

Insgesamt 50 Personen zwischen 55 und 90 Jahren sollen an der Untersuchung teilnehmen. Eine gründliche medizinische Untersuchung sowie die Überprüfung von Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsleistungen sind vorgesehen. Zur Erfassung der Fahrerfahrung sowie der Fähigkeit, vorhandene Beeinträchtigungen auszugleichen, wird die Fahrbiographie erhoben und eine praktische Fahrprobe durchgeführt.

Die Fahrprobe erfolgt in einem Fahrschulfahrzeug (mit Doppelbedienung) unter der Leitung eines ausgebildeten Fahrlehrers als Beifahrer sowie eines Verhaltensbeobachters. Auf einer standardisierten Fahrstrecke werden typische Fahrfertigkeiten überprüft. Nach Abschluss der Untersuchungen werden den Studienteilnehmern die Untersuchungsergebnisse mitgeteilt und erläutert. Bei konkreten Problemen erfolgt eine individuelle Beratung, in der mögliche Anpassungen der Fahrgewohnheiten vorgeschlagen und Kompensationsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Quelle: neurowissenschaften@uni-koeln.de

Login für Fachkreise

Wir befolgen die HONcode Prinzipien.
verify here.
afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/07: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Merz Pharmaceuticals und sein/ihr Internet-Angebot: www.alzheimerinfo.de

Transparenz für Gesundheitsinformationen




letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

produced by GPM mbH

Erweiterte Suche

Suchergebnisse filtern auf folgende Bereiche




Merz [Logo] Merz [Logo]

Autofahren: (K-)Eine Hürde bei Alzheimer-Erkrankung? - alzheimerinfo.de

URL: http://www.alzheimerinfo.de/aktuelles/news/detail_519.jsp
Stand: 24-Nov-2017, 02:07 PM
© 2017 alzheimerinfo.de. Alle Rechte vorbehalten.