„Glänzende“ Idee: mit Gold gegen Alzheimer-Plaques

Frankfurt am Main, 01.02.2006

KÖLN (MedCon) - Gold ist auch unter Medizinern als Material begehrt. Als Zahngold, Nadel-Beschichtung und Zusatz zu Hautpflegemitteln kommt es schon länger in der Medizin zum Einsatz. Nun könnten Goldpartikel auch als Waffe gegen Alzheimer von Nutzen sein, meint ein spanisch-chilenisches Forscherteam.

Werden solche Nanopartikel nämlich zusammen mit den Proteinklumpen, die sich bei Alzheimer im Gehirn ablagern, in ein Reagenzglas gegeben und anschließend mit Mikrowellen bestrahlt, lösen sie die verklumpten Eiweiße fast vollständig auf. Die Wissenschaftler um Prof. Marcelo Kogan von der Katholischen Universität in Santiago de Chile wollen nun testen, ob der Effekt auch im lebenden Körper erzielt werden kann. Eine ähnliche Methode hat sich im Tierversuch bereits bei der Bekämpfung von Krebs bewährt.

Die so genannten beta-Amyloid-Plaques sind ein typisches Anzeichen von Morbus Alzheimer - auch schon in frühen Stadien. Dabei verklumpen nicht korrekt gefaltete Eiweißmolküle und lagern sich an den Nervenzellen ab. Diese Plaques gelten als Hauptauslöser der späteren Zerstörung der Nervenzellen und ihrer Verbindungen untereinander sowie der für Alzheimer typischen Gehirnschrumpfung. Daher wird nach Möglichkeiten gesucht, die Bildung dieser Proteinklumpen zu verhindern bzw. bereits bestehende Plaques wieder auflösen zu können.

Im Laborversuch haben Kogan und seine Kollegen nun eine solche Methode entdeckt. Sie gaben Goldpartikel, die nur Millionstel Millimeter groß waren, zusammen mit verklumpten Amyloid-Fasern in ein Gefäß und ließen sie mehrere Tage stehen. Anschließend setzten sie die Mixtur einige Stunden lang einem schwachen Mikrowellenfeld aus - mit Erfolg: Die Metallteilchen wurden lokal stark erhitzt und lösten die Eiweißklumpen lösten nicht nur auf, sondern verhinderten auch ihre Neubildung.

Die verwendete Strahlung sei so schwach gewesen, dass sie gesunde Zellen möglicherweise gar nicht beeinträchtigt, betonte das Team

Quelle: Nano Letters, Online-Vorabveröffentlichung, 4.01.06

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