Expertengruppe diskutiert Stellenwert von Memantine in den Therapie-Leitlinien zur Alzheimer-Demenz

Frankfurt am Main, 07.03.2005

Eine im Februar veröffentlichte Übersichtsarbeit zur Bewertung der Demenzrichtlinien und zu dem Stellenwert von Memantine fordert eine stärkere Integration des NMDA-(N-Methyl-D-Aspartat)-Rezeptorantagonisten Memantine. Das seit 2002 zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Formen der Alzheimer-Demenz (AD) zugelassene Antidementivum ist nach Ansicht der Expertengruppe auf Grundlage evidenzbasierter Kriterien eine wesentliche pharmakotherapeutische Option bei der Behandlung der Alzheimer Erkrankung.

Weiter fordern die Autoren einen möglichst frühzeitigen Beginn der pharmakologischen Therapie, ein Therapiemonitoring sowie die Einbeziehung der Angehörigen in das therapeutische Vorgehen. Die bisherigen deutschen Leitlinien zur Therapie der Alzheimer-Demenz für Neurologen, Psychiater und Ärzte der hausärztlichen Primärversorgung weisen nach Ansicht der Autoren deutliche Defizite auf.

Sie böten keine ausreichende Orientierung für das praktische Handeln, da wesentliche aktuelle Erkenntnisse nicht genügend berücksichtigt seien. Die Folge: Bei der Behandlung der Demenzen gibt es noch immer ein Qualitätsdefizit, da medizinische Kenntnisse nicht ausreichend in die Praxis umgesetzt werden. Die Autoren fordern dabei u.a. eine stärkere Integration des seit 2002 zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Alzheimer-Demenz zugelassenen NMDA-Rezeptorantagonisten Memantine. Dieser sei zwar in einigen Leitlinien aufgeführt, in zweien hinsichtlich einer inzwischen überholten Studienlage allerdings noch unterbewertet.

Memantine ist das einzige Antidementivum, das zur Therapie der mittelschweren bis schweren Formen der Alzheimer-Demenz zugelassen ist. Als Therapieziele in diesen Stadien der Erkrankung nennen die Autoren v.a. den Erhalt der Alltagsfähigkeiten und Orientierung sowie die Vermeidung bzw. Verminderung verschiedener kognitiver Störungen. Gerade bei der schweren Demenz stehen die Pflegeerleichterung sowie eine Verminderung der Angehörigenbelastung im Vordergrund. Verschiedene klinische Studien belegen den Erfolg von Memantine beim Erreichen dieser Therapieziele, so dass nach Ansicht der Autoren Bedarf zur stärkeren Integration dieser neuen pharmakologischen Therapieoption in die Leitlinien besteht. Tatsächlich zeigen die kürzlich veröffentlichten Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), dass sich diese Forderung bereits hier wiederfindet.

Nach Ansicht der Expertengruppe sollten die Leitlinien darüber hinaus auch um Empfehlungen für ärztliches Handeln und Benennung von psychologischen und soziotherapeutischen Maßnahmen ergänzt werden. Bislang liege der Schwerpunkt noch v.a. auf diagnostischen Methoden und pharmakotherapeutischen Vorgehensweisen. Wichtig sei es, auch nicht-evidenzbasierte Handlungsempfehlungen zu berücksichtigen und damit einen Weg für die Umsetzung der Inhalte in die Praxis aufzuzeigen.

Weitere Informationen zu Memantine

Quelle: Journal Med 07.03.05 - Gisela Mackensen

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