Nur 18 Prozent sind in Therapie - Ein Leitfaden soll Medizinern bei der Demenz-Früherkennung helfen.

Frankfurt am Main, 08.12.2004

Wien, 06.11.2004 (uw) - "Wer sagt mit 70 nicht, dass er vergesslich ist", benennt Reinhold Schmidt, Neurologe und Präsident der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft, eine Ursache für die mangelnde Früherkennung von Demenz. Sowohl Patienten als auch Ärzte würden erste Anzeichen nicht ernst genug nehmen. Das Resultat: Nur 15 bis 18 Prozent aller Alzheimer-Patienten werden derzeit therapiert.

Ein neuer Leitfaden, der von Ärzten, medizinischen Gesellschaften und Patienten-Vertretungen erstellt wurde, soll nun Allgemeinmedizinern helfen, die noch unheilbare Krankheit früher zu erkennen. So kann der einfache "Drei-Wörter-Uhren-Test" (der Patient muss sich drei Wörter merken und auf einem Ziffernblatt 11 Uhr 10 einstellen) schon ein erster Schritt zur richtigen Diagnose sein. Mit der Versendung des am Freitag vorgestellten Leitfadens wird es aber nicht getan sein. Wenn der "Hausarzt" als erster Ansprechpartner und Koordinator der Therapie etabliert werden soll, müssten regionale Netzwerke aus Allgemeinmedizinern, Fachärzten, Betreuungs- und Hilfseinrichtungen aufgebaut werden, so Schmidt.

Ansetzen will man auch bei der Weiterbildung der Allgemeinmediziner. Laut Ärztegesetz sei man verpflichtet, sich am Laufenden zu halten, sagt Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, doch: "Die Überprüfung erfolgt durch den Patienten". Erwin Rebhandl, Präsident der Österreichischen Gesellschaft der Allgemeinmediziner, will künftig verstärkt Fortbildungsseminare zur Früherkennung von Alzheimer anbieten.

Mittel für eine Demenz-Offensive sieht Rauch-Kallat für die nächsten vier Jahre zwar nicht, sie will solche aber auch nicht gänzlich ausschließen. Fix ist hingegen, dass die Zahl der Demenz-Patienten aus demografischen Gründen auch künftig weiter ansteigen wird. Im Jahr 2050 werden in Österreich 233.800 Menschen (derzeit sind es etwa 100.000) betroffen sein.

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Stand: 19-Nov-2017, 02:54 PM
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