Blick ins Gehirn verrät, warum Bildung Alzheimer vorbeugt

Frankfurt am Main, 01.09.2003

NEW YORK (MedCon) 1.9.2003 – Die bildgebenden Verfahren in der Medizin werden immer genauer: Jetzt konnte durch einen solchen Blick ins Gehirn gezeigt werden, dass Menschen, die überdurchschnittlich intelligent und gebildet sind, ihre Gehirne anders benutzen. Und das wiederum könnte - US-Forschern zufolge - erklären helfen, warum es vor Alzheimer schützt, wenn man seine "kleinen grauen Zellen" auf Trab hält.

Studie um Studie hat gezeigt, dass Menschen, die puzzeln, tanzen und "Gehirnjogging" machen, ein niedrigeres Risiko für Alzheimer - die häufigste Form einer Demenz - haben. Das hat Wissenschaftler zu dem Glauben geführt, dass manche Menschen eine "kognitive Reserve" haben, die es ihnen erlaubt, mehr Schaden durch Alzheimer und andere Gehirnerkrankungen zu tolerieren. Aber hat das tatsächlich mit der Größe des Gehirns, den Nervenverknüpfungen oder etwas anderem zu tun?

Yaakov Stern, Professor für Neuropsychologie an der Columbia University in New York, und seine Kollegen haben eine Reihe von Experimenten mit Abbildungen des Gehirns vorgenommen, die vermuten lassen, dass das, was zählt, nicht an der Gehirnmasse liegt, über die der Einzelne verfügt, sondern daran, wie er sie einsetzt. Sie testeten 19 Leute mit ganz unterschiedlichen Intelligenzquotienten.

Damit wollten sie sichtbar machen, wie Gehirne etwa während einer Denksportaufgabe funktionieren. Was ihnen gelang: Die funktionelle Magnetresonanztomographie, die den Zellen sozusagen bei ihrer Arbeit zugucken kann, zeigte bei Menschen mit höherer Intelligenz mehr Aktivität in den Stirnhirnlappen. Die rechte Hirnwindung an der Stirnseite zeigte bei intelligenteren Kandidaten die höchste Aktivität.

Der nächste Schritt, so glauben die Wissenschaftler, wird nun darin bestehen, junge mit alten Menschen zu vergleichen sowie gesunde Senioren mit ähnlich alten Alzheimer-Patienten. Sterns bisherige Studien belegen bereits, dass junge und alte Menschen ihr Gehirn auf unterschiedliche Weise benutzen.

Das Team des Wissenschaftlers hat zudem nachgewiesen, dass eine höhere Bildung tendenziell vor Alzheimer schützt. Was immer dabei wirkt, muss - ihm zufolge - früh im Leben beginnen, bevor der Alzheimer-bedingte Gehirnschaden einsetzt.

Quelle: Journal of Clinical and Experimental Neuropsychology (August 2003)

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