Nach dem Tod meines Vaters manifestierte sich bei meiner Mutter eine Alzheimer-Demenz

Vor 4 Jahren starb mein Vater. Meine Mutter reagierte auf seinen Tod ungewöhnlich emotionslos, obwohl sie eine über fünfzigjährige gute Ehe führten. Auch ihre Vergesslichkeit nahm zu. Die Hausärztin meinte, mit 76 Jahren habe man das Recht vergesslich zu sein. Dann vergaß sie, die Tabletten gegen ihre Altersdiabetes zu nehmen, und landete im Krankenhaus. Aus dem Krankenhaus flüchtete sie und wurde 2 km entfernt in einem Waldstück gefunden.

Die Diagnose Alzheimer wurde gestellt

Auf Anraten der Ärzte unterschrieb sie mir eine Betreuungsvollmacht und ich fuhr täglich 40 km, um sie zu versorgen. Meine Tel.Nr. hatte ich ihr eingespeichert, um jederzeit erreichbar zu sein. Nun kamen bis zu 30 Anrufe täglich, auch nachts. Sie hatte Angst, wollte sterben, fand keinen Schlüssel mehr usw. Obwohl sie sich wehrte, nahm ich meine Mutter zu mir und ging mit ihr zum Neurologen. Der bestätigte eine Alzheimer-Erkrankung und befürwortete eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik.

Ich informierte mich umfassend zu Alzheimer

Der Schock war für mich so groß, dass ich erstmal in einer Buchhandlung alle Bücher über Alzheimer kaufte, nächtelang am Computer saß, um mich zu informieren.

Tag-Nacht-Rhythmus durch Antidementiva

Nach drei Wochen Klinik nahm ich meine Mutter nach Hause und dank der medikamentösen Einstellung gelang ein Tag-Nacht-Rhythmus. Ich habe mein Geschäft aufgegeben und kümmere mich ausschließlich seit 9 Monaten um meine Mutter. In dieser Zeit hat sie 5 kg zugenommen (55 kg bei 1,58 m), ist ausgeglichen und zufrieden. Mein Leben allerdings ist sehr einsam, da sie nur auf mich fixiert ist und keine Betreuung akzeptiert. Einmal wöchentlich gebe ich sie für 3 Stunden nachmittags in eine Demenz-Betreuungsgruppe, um für mich Termine wahrzunehmen. Es ist jedes Mal ein Geheule und Gezeter und sie beschimpft mich, sie abzuschieben. Da ich selbst verwitwet bin, meine Tochter 600 km entfernt wohnt, habe ich kein soziales Umfeld, das mir bei der Betreuung behilflich wäre. Abends hocke ich oft heulend am Sofa und frage mich, wie es weiter geht.

Wenn mir meine Mutter dann einen Gute-Nacht-Kuss gibt, sich in meine Arme kuschelt und sagt, dass sie immer bei mir bleiben will, dann rückt eine Heimeinweisung in weite Ferne.

Autor: S. K.

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Stand: 22-Nov-2017, 01:38 PM
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