Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt

Erste Anlaufstation bei einer fraglichen Alzheimer-Erkrankung sollte der Hausarzt sein. Er kennt den Patienten in der Regel über viele Jahre und kann daher Veränderungen der geistigen und funktionalen Fähigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten am besten einordnen.

Am Anfang steht das Gespräch

Am Anfang wird der Hausarzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten führen. Zunächst wird er mit Hilfe bestimmter Fragen und Aufgaben prüfen, ob tatsächlich eine krankhafte Störung von Konzentration und Gedächtnis vorliegt oder ob es sich um einen normalen altersbedingten Leistungsverlust handelt.

Altersvergesslichkeit oder Demenz?

Spricht eher für eine gutartige Altersvergesslichkeit Spricht eher für eine Demenz
Beginn der Symptome im Alter von über 60 Jahren Beginn der Symptome im Alter von unter 60 Jahren
Lediglich vorübergehendes Auftreten von Vergesslichkeit Die Vergesslichkeit dauert an und wird im Verlauf von Monaten sogar stetig schlimmer
Die Schwierigkeiten (Verlegen von Brille, Schlüssel etc., Vergessen von Namen) treten nur gelegentlich auf. Das Verlegen oder Vergessen häuft sich, insbesondere bei wichtigen Gegenständen, auf die man normalerweise gut achtet (Geldbörse, Scheckheft, Ausweis).
Durch intensives Nachdenken oder Konzentration fällt dem Betroffenen das Vergessene meist wieder ein. Der Betroffene vergisst ganze Erlebnisbereiche und Gedächtnisinhalte und kann sich trotz intensiven Nachdenkens auch später nicht daran erinnern.
Der Betroffene weiß sich durch bestimmte Merkhilfen (z.B. Notizzettel) zu helfen. Selbst Notizzettel und Merkhilfen nützen nichts mehr.
Der Betroffene kann mündlichen oder schriftlichen Anweisungen folgen. Der Betroffene kann mündlichen oder schriftlichen Anweisungen nicht folgen.

Lesen Sie auch: 10 Warnsymptome der Demenz

Ist eine andere Krankheit der Auslöser?

Hinter einem krankhaften Verlust an Geisteskraft und Alltagsbewältigung kann eine körperliche Krankheit stecken, z. B. von Herz, Leber, Nieren oder Lunge. Oder eine andere Krankheit des Gehirns (Parkinson-Krankheit, Schlaganfall, Hirntumor, Gehirnentzündung , Kopfverletzung). Möglicherweise verursachen auch Medikamente, Alkohol oder Drogen die Symptome. Manchmal verbirgt sich hinter einer vermeintlichen Demenz auch ein anderes seelisches Krankheitsbild wie z. B. eine Depression. Um keine dieser vielen und größtenteils behandelbaren Störungen zu übersehen, wird der Arzt u. a. Laboruntersuchungen durchführen, ein EKG zur Untersuchung der Herzfunktion schreiben und die Lunge untersuchen (Röntgen-Thorax, Lungenfunktion).

Deutet das Ergebnis der Untersuchungen in eine bestimmte Richtung, wird er den Patienten eventuell an einen Facharzt weiter überweisen. In vielen deutschen Großstädten gibt es auch sog. Gedächtnissprechstunden.

Wann wird der Facharzt gefragt?

Im Laufe der Diagnostik bei Alzheimer-Verdacht ergeben sich häufig Fragestellungen, die eine Konsultation des Facharztes für Neurologie und Psychiatrie erfordern. Er ist z. B. gefragt, wenn es darum geht, zwischen einer Demenz und einer Depression zu unterscheiden oder die vorliegende Demenzform zu bestimmen.

Steckt eine Depression dahinter?

Auch bei Patienten mit Depression erscheint die geistige Leistungsfähigkeit oft herabgesetzt, man spricht dann auch von Pseudodemenz. Die Unterscheidung ist wegen der unterschiedlichen Behandlungsansätze wichtig und für den Therapieerfolg von entscheidender Bedeutung.

Unterschied zwischen Demenz und Depression anhand einiger Beispiele

Typische Merkmale eine Depression Typische Merkmale einer Demenz
Die Ausfallerscheinungen schreiten am Anfang schnell voran. Die Ausfallerscheinungen nehmen während der gesamten Krankheitsdauer schleichend zu.
Der Kranke beklagt den Verlust bestimmter geistiger Fähigkeiten. Der Kranke klagt normalerweise nicht über den Verlsut bestimmter geistiger Fähigkeiten.
Der Patuient versucht nicht, leistungsfähig zu bleiben. Der Patient versucht, Defizite z.B. mit Erinnerungshilfen auszugleichen
Die Stimmung ist anhaltend niedergedrückt Die Stimmung schwankt
Die Erinnerungsschwäche für aktuelle und weit zurückliegende Ereignisse ist gleich ausgeprägt. Die Erinnerungsschwäche für aktuelle Ereignisse ist ausgeprägter als weit zurückliegende.

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letzte Änderung 29. August 2016, 14:53 Uhr

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Stand: 20-Nov-2017, 08:43 AM
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