Häufig gestellte Fragen

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Das Hauptrisiko, die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, ist das höhere Lebensalter. 26 Studien haben gezeigt, dass die Zahl der Alzheimer-Neuerkrankungen bei älteren Frauen insgesamt etwas höher ist. Mögliche Erklärungen dafür könnten sein, dass Frauen mit der Alzheimer-Krankheit länger überleben könnten als alzheimerkranke Männer. Männer haben im allgemeinen eine kürzere Lebenserwartungund sterbenhäufiger früheran anderen Erkrankungen.

In meinem Freundeskreis ist eine Dame, die sich derart auffällig verhält wie: Sie ruft innerhalb einer Stunde zur selben Frage mehrfach an, vergisst abgesprochene Termine kurzfristig, vergisst sehr gewohnte Dinge völlig, etc. Sie ist allein stehend und erkennt ihre "Gedächtnisschwäche" nicht und will daher nicht zum Arzt. Was ist zu tun, welche Verpflichtung haben wir Freunde?

Antwort:

Sie sollten Ihre Bekannte auf Ihre Beobachtungen und Besorgnis ansprechen. Versuchen Sie, sie davon zu überzeugen, "vorsichtshalber" einmal das Gedächtnis in einer spezialisierten Ambulanz untersuchen zu lassen. Immerhin gibt es neben der häufigsten Ursache im Alter, der Alzheimer-Krankheit, noch eine Vielzahl anderer möglicher Ursachen für derartige Symptome. Einige sind sogar ursächlich behandelbar. Auch gegen die Symptome der Alzheimer-Krankheit gibt es mittlerweile Medikamente. Adressen von "Gedächtnissprechstunden" in Ihrer näheren Umgebung (nach PLZ sortiert) finden Sie im Internet z.B. unter http://www.alzheimerinfo.de/diagnose/memorykliniken/ . Versuchen Sie Diskussionen und Streitgesprächen mit ihr aus dem Weg zu gehen. Es ist typisch für einige Formen von Demenzerkrankungen, dass den Patienten eine Krankheitseinsicht fehlt. Argumentieren hilft da nicht weiter!

Wie hieß noch einmal die Straße, in der die Bekannten wohnen?", "Wo habe ich bloß meine Brille hingelegt?" ... Fragen, die jeder kennt und die man sich mit zunehmendem Alter immer öfter stellen muss, da die Denkfähigkeit bei vielen Menschen im Alter nachlässt.
Diese Vergesslichkeit allein bedeutet aber noch nicht automatisch, dass eine Alzheimer-Erkrankung oder eine andere Form der Demenz vorliegt. Vielmehr betrifft eine Demenz alle Bereiche des täglichen Lebens und führt neben der nachlassenden Denkfähigkeit auch zu weitergehenden Veränderungen der Persönlichkeit. Die Symptome reichen von ersten Einschränkungen im Alltag und im Umgang mit Anderen über die Beeinträchtigung von Sprach- und Urteilsvermögen bis hin zur Pflegebedürftigkeit.

Symptome der Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form einer Demenz (=Verlust von intellektuellen und kognitiven Hirnfunktionen / Denkleistungen). Sie ist durch die typischen Zeichen Gedächtnisverlust, Verlust von Argumentations- und Urteilsfähigkeit sowie der Orientierung und von Veränderungen in Stimmung und Verhalten gekennzeichnet.

10 Warnsignale:

Damit möglicherweise Betroffene und ihr Umfeld besser auf etwaige Warnzeichen achten können, hat die Alzheimer Society of Canada eine Checkliste mit den 10 wichtigsten Symptomen zusammengestellt:

  • Störungen des Kurzzeitgedächtnisses
  • Schwierigkeiten beim Ausführen gewohnter Tätigkeiten z.B. im Haushalt
  • Sprache verliert an Präzision und Verständlichkeit (Wortfindungsstörungen mit Vergessen oder Verwechseln von Worten, abnehmender Informationsgehalt)
  • Verlust der zeitlichen und räumlichen Orientierung
  • Einschränkung der Urteils- und Entscheidungsfähigkeit
  • Probleme mit abstraktem Denken (Verlust des Verständnisses z.B. für die Bedeutung von Zahlenangeben oder auch von bestimmten Anlässen wie dem eigenen Geburtstag)
  • Verlegen von Gegenständen (Ablegen von Dingen an völlig unangemessenen Plätzen)
  • Veränderungen in Stimmung und Verhalten (extreme Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Anlass)
  • Persönlichkeitsveränderungen (oft ungewöhnlich schneller Wandel persönlicher Eigenheiten, z.B. Entwicklung extremer Zerstreutheit, Ängstlichkeit oder auch grundlosen Misstrauens)
  • Verlust an Eigeninitiative und Aktivität

Weitere Informationen:

http://www.alzheimerinfo.de/alzheimer/symptome/

Unter Demenz versteht man einen Verlust der intellektuellen Funktionen wie Denken, Erinnern und Verknüpfen von Denkinhalten, der es erschwert, den alltäglichen Betätigungen nachzugehen. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz; bei der Diagnosestellung müssen andere, evtl. durch Behandlung der Grunderkrankung heilbare Formen der Demenz, ausgeschlossen werden.

Im Prinzip können alle Veränderungen im Gehirn zu einer Demenz führen. Die Ursachen für derartige Veränderungen können vielfältig sein. Die vaskuläre Demenz entsteht beispielsweise aufgrund von Durchblutungsstörungen. Hier kann es auch zu schlagartigen Verschlechterungen der Hirnleistung und zur schlaganfallartigen Symptomatik kommen. Häufig liegen diesen Veränderungen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus zugrunde.

Weitere Ursachen für eine Demenz sind Stoffwechselstörungen z.B. Schilddrüsenerkrankungen oder ein Mangel an Vitamin B12, Alkoholismus oder andere chronische Vergiftungen und Infektionskrankheiten wie Hirnhautentzündungen, AIDS oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankeit. Auch Hirn-Tumore können mit dem Bild einer Demenz einhergehen.
Diese Demenzen zählt man zu den sekundären Demenzen. Bei erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankungen bilden sich die Gedächntisstörungen zurück.

Weitere Informationen:

Die Ursache der Alzheimer-Krankheit ist bisher nicht bekannt, es werden aber eine Reihe von Hypothesen diskutiert, die genetische, toxische, infektiöse und immunologische Faktoren berücksichtigen. Es kommt dann zum vermehrten Untergang von Nervenzellen und Einlagerungen eines bestimmten Eiweißes, des so genannten Amyloids.

Inzwischen gut erforscht ist das bei der Alzheimer-Demenz gestörte Zusammenspiel der Nervenzellen (Neuronen). Die Kommunikation zwischen Neuronen findet über bestimmte Botenstoffe, sog. Neurotransmitter, statt. Diese werden an den Verbindungsstellen zweier Nervenzellen (Synapsen) in den dazwischen liegenden Spalt (synaptischer Spalt) abgegeben und binden an bestimmte Rezeptoren. Passt der Botenstoff zum Rezeptor wie der Schlüssel in ein Schloss, sendet die Nervenzelle ein Signal aus - die Kommunikation findet statt.

Es gibt viele unterschiedliche Neurotransmitter im Gehirn. Bei der Alzheimer-Demenz spielen vor allem Glutamat und Acetylcholin eine Rolle.
Bei Alzheimer-Patienten wird im Laufe ihrer Erkrankung immer weniger Acetylcholin produziert. Der zunehmende Botenstoffmangel macht sich durch Lern- und Erinnerungsstörungen bemerkbar.

Der Botenstoff Glutamat

Der Botenstoff Glutamat steuert 70% der Nervenzellen. Beim gesunden Menschen sorgt Glutamat dafür, dass Lern- und Gedächtnisvorgänge stattfinden können. Bei Patienten mit Demenz ist die Glutamatkonzentration zwischen den Nervenzellen anhaltend erhöht, die Nervenzellen werden quasi dauererregt. Dadurch können (Lern-) Signale nicht mehr richtig erkannt und weitergeleitet werden. Schließlich kann die Nervenzelle der ständigen Überreizung nicht mehr standhalten, verliert ihre Funktionsfähigkeit und stirbt letztlich ab. Je mehr Nervenzellen auf diese Weise zugrunde gehen, desto ausgeprägter werden die wahrnehmbaren geistigen und alltäglichen Defizite.

In diese krankhaften Prozesse im Gehirn können Medikamente eingreifen und die Symptome der Alzheimer-Demenz verbessern bzw. den Krankheitsverlauf verzögern.

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Wenden Sie sich am besten zunächst an Ihren Hausarzt, dieser wird nach einer ersten Untersuchung entscheiden, ob und welche weiterführenden Maßnahmen notwendig sind.

In vielen größeren Städten gibt es Gedächtnis-Sprechstunden, die auf die Diagnose und Therapie von Demenz-Krankheiten spezialisiert sind - sogenannte Gedächtnis-Sprechstunden, Gedächtnis-Ambulanzen oder auch Memory-Kliniken.

Weitere Informationen:

Die Diagnose "Alzheimer-Krankheit" wird durch den Ausschluss anderer Erkrankungen gestellt, es gibt bislang keinen direkten Test für Alzheimer.

Neben einer sorgfältigen Erhebung der Krankengeschichte des Betroffenen und dessen Familie (sog. Familienanamnese) und einer körperlichen Untersuchung wird in der Regel die Denkleistung geprüft. Die Tests umfassen die zeitliche, räumliche und persönliche Orientierung, Prüfungen von Gedächtnis, Ausdrucksfähigkeit, logischem Denken und einfachen Tätigkeiten. Ergänzend wird oft eine psychologische bzw. psychiatrische Untersuchung vorgenommen.
Die weiterführende Diagnostik umfasst Laboruntersuchungen (Blutwerte), EEG (Elektroencephalogramm/Messung der Hirnströme), EKG (Elektrokardiogramm/Messung der Herzströme) und bildgebende Untersuchungen wie CT (Computertomographie), MRT (Magnetresonantomographie) oder Echokardiographie (Herzultraschall).

Wichtig für die Diagnose eines Alzheimers sind insbesondere die Berichte der Angehörigen, welche Veränderungen beim Patienten in den letzten Wochen oder vielleicht auch schon seit längerer Zeit aufgetreten sind, wie das alltägliche Leben noch bewältigt wird.

Weitere Informationen:

Die durchschnittliche Erkrankungsdauer beträgt sieben Jahre, es gibt jedoch von Patient zu Patient erhebliche Unterschiede. So wurden auch Verläufe von bis zu 20 Jahren beobachtet.
Häufig wird eine Diagnose erst im mittleren Stadium diagnostiziert, da die Symptome erst dann so auffällig werden, dass ein Arzt aufgesucht wird.

Im Verlauf der Alzheimer-Erkrankung werden drei Stadien unterschieden:

1. Stadium (leichte Demenz)

Abnahme von Aktivität, Spontanität und Eigeninitiative, gelegentliche Gedächtnisschwäche und Gemütsschwankungen, nachlassende Lern- und Reaktionsfähigkeit, Meiden von Unbekanntem und Rückzug ins Vertraute. Die Symptome fallen zunächst kaum auf, zunehmende Fahrigkeit, Konzentrationsschwäche, sprachliche Störungen und nachlassende Gedächtnisleistungen machen sich gelegentlich im Beruf bemerkbar. Der Patient ist oft in der Lage, Leistungsminderungen noch zu überspielen.

2. Stadium (mittlere Demenz)

Alltägliche Tätigkeiten können in der Regel weiterhin eigenständig fortgeführt werden, bei komplizierten Vorhaben wird jedoch zunehmend Hilfe benötigt. Sprache und Sprachverständnis werden deutlich schlechter, häufiger wird mitten im Satz der Faden verloren. Betroffene verlaufen sich, verlegen Gegenstände oder vergessen, Rechnungen zu bezahlen. Die zunehmenden Einschränkungen in den individuellen Fähigkeiten werden in dieser Phase häufig auch noch vom Patienten wahrgenommen und führen gelegentlich zu Depression, Reizbarkeit und Ruhelosigkeit. Der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses schreitet fort, während Dinge aus der ferneren Vergangenheit häufig noch gut erinnert werden. Im weiteren Verlauf verliert der Betroffene die persönliche, räumliche und zeitliche Orientierung. Die Wortfindung ist erheblich gestört, Worte werden erfunden, vertraute Gesichter nicht mehr wiedererkannt.

3. Stadium (schwere Demenz)

In diesem sehr fortgeschrittenen Stadium ist das Gedächtnis schwer gestört, Personen werden nicht mehr erkannt. Der Betroffene benötigt rund um die Uhr Pflege, ist häufig bettlägerig. Die Patienten leiden unter zunehmender Gangunsicherheit, es kommt vermehrt zu Stürzen. Die Patienten verlieren die Fähigkeit, Darm und Blase zu kontrollieren und werden bettlägerig. Am Ende dieses Stadiums steifen die Patienten ein, können nicht mehr kauen oder gar schlucken. Es besteht eine erhöhte Gefährdung durch weitere Erkrankungen, insbesondere durch Lungenentzündungen und andere Infektionskrankheiten. Infektionen des Atmungstraktes sind die häufigste Todesursache in diesem Stadium.

Das persönliche Risiko eines Angehörigen von Alzheimer-Kranken 1.Grades, selbst irgendwann zu erkranken, ist statistisch höher als das einer Vergleichsperson ohne "familiäre Belastung". Im Einzelfall kann aber keine individuelle Vorhersage gemacht werden. Man nimmt dabei an, dass erbliche Ursachen in bis zu 6 % der Fälle eine Rolle spielen.

Es ist bislang keine Möglichkeit bekannt, Alzheimer vorzubeugen bzw. den Ausbruch zu verhindern. Es existieren allerdings Studien, die darauf hinweisen, dass eine gute Schulbildung und gutes Training des Gehirns, z.B. durch häufiges Kreuzworträtsel-Lösen oder Briefe-Schreiben, den Ausbruch oder den Verlauf der Erkrankung möglicherweise verzögern können.

  • Seien sie geduldig!
  • Vermeiden Sie, dem Patienten seine Verfehlungen vorzuhalten.
  • Versuchen Sie herauszufinden, in wieweit Sie Initiative ergreifen müssen, die dem Betroffenen fehlt. Seien Sie dabei behutsam und vermeiden Sie übermäßige Bevormundung und Überforderung.
  • Vereinbaren Sie die Untersuchungstermine, wenn die Person selbst nicht aktiv wird.
  • Bieten Sie der Person an, sie zu anstehenden Terminen zu begleiten und helfen Sie bei der Vorbereitung des Arztbesuchs (Zusammenstellung von alten Befunden und Arztberichten, ggf. Versicherungskarte bzw. Überweisung u.ä.).
  • Bieten Sie an, andere Familienmitglieder oder auch Außenstehende bei Bedarf zu informieren.
  • Überlegen Sie gerade im Anfangsstadium der Erkrankung gemeinsam, welche rechtlichen Schritte eingeleitet werden sollten (Betreuungsverfügung, Generalvollmacht u.ä.)

Weitere Informationen:

Nicht nur für den Betroffenen selbst, auch für die Angehörigen können psychotherapeutische Maßnahmen hilfreich sein. Selbsthilfegruppen pflegender Angehöriger bieten Aussprachemöglichkeit mit gleichsam Betroffenen und Hilfe. Sie sind oft regional organisiert. Sie finden die Adresse im Telefonbuch oder über das Internet (s.u.).

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Broschüren und Informationen für Angehörige von Alzheimer-Erkrankten, die Tipps zum Umgang mit den Betroffenen und zur Förderung noch erhaltener Fähigkeiten geben.

Diese können über www.alzheimerinfo.de bezogen werden. Weiterhin bieten auch die Alzheimer-Angehörigen-Initiative (www.alzheimerforum.de), die Alzheimer-Gesellschaft (www.deutsche-alzheimer.de ), das Zukunftsforum Demenz (www.zukunftsforum-demenz.de) derartiges Informationsmaterial an.

Aggressionen entstehen durch Überforderung, das Gefühl der Einengung, die Verletzung der Intimsphäre oder als Reaktion auf die Ungeduld und Gereiztheit der Umgebung. Generell gilt: Erfolgserlebnisse beruhigen, Misserfolg macht gereizt oder aggressiv. Die häufigste Ursache für Aggressivität des Alzheimer-Patienten ist das Gefühl der Überforderung. Versuchen sie deshalb, dem Kranken seine Defizite nicht aufzuzeigen, weder durch für ihn unlösbare Aufgaben noch durch übermäßige Bevormundung und die Vorhaltung von Tatsachen, die der Betroffene selbst vergessen hat.

  • Vermeiden Sie Konfrontation und bedenken Sie, dass die Betroffenen auch einen möglichen Streit recht schnell vergessen, wenn sie abgelenkt werden. Greifen Sie niemals alte Konfrontationsthemen noch einmal auf, da eine mögliche nachträgliche Diskussion den Kranken überfordern und einen neuerlichen Anlass zu aggressivem Verhalten darstellen kann.
  • Bleiben Sie ruhig und freundlich, auch wenn Ihnen Aggressionen entgegengebracht werden. Es gibt keinen Grund, persönlich beleidigt zu sein, da das aggressive Verhalten nicht persönlich gegen Sie gerichtet ist. Versuchen Sie, die Aufmerksamkeit des Kranken auf etwas anderes zu lenken, der Wutanfall ist dann schnell vergessen.
  • Generell ist es sinnvoll, genau aufzupassen, in welchen Situationen es zu aggressivem Verhalten kommt und diese dann zu vermeiden. Sind es unvermeidbare Alltagssituationen, so sind Sie dann bereits gewarnt und können schon im Vorfeld beruhigend auf den Patienten einwirken oder ihn ablenken, um das Gefühl der Überforderung und die dadurch bedingte Aggression gar nicht erst entstehen zu lassen.

Die Pflegeversicherung soll helfen, die finanziellen Lasten, die mit einer Pflege oder Betreuung verbunden sind, zu mildern.

Gelegentlich ist die Einstufung bei der Alzheimer-Erkrankung jedoch problematisch, da sich diese sehr an körperlichen Einschränkungen orientiert. Viele Kranke wirken körperlich gesund und vital, wodurch es leicht zur Unterschätzung des Hilfebedarfs kommt.

Hilfreich für eine angemessene Einstufung ist ein so genanntes Pflegetagebuch, in welchem über einige Zeit detailliert alle bei der Pflege des Kranken notwendigen Hilfeleistungen aufgezeichnet werden. Dazu gehört auch die notwendige Aufsicht und Anleitung bei den alltäglichen Verrichtungen wie das Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Ausziehen, Körperpflege, Mahlzeiten sowie Toilettengänge. Letztlich ist jeglicher Aufwand zur Anleitung und Motivation des Kranken anzuerkennende Pflegezeit und bei der Feststellung der Pflegestufe zu werten.

Schon zur Antragstellung sollten Sie dann ein ausführliches Gutachten des behandelnden Arztes vorlegen, aus welchem die Einschränkungen des Patienten und das Ausmaß des Hilfebedarfs hervorgehen.

Bei einer unzureichenden Einstufung sollten Sie die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen, in jedem Falle nutzen!

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre: Die Rechte der Kranken- und Pflegeversicherten http://www.alzheimerinfo.de/rat_und_hilfe/broschueren/

Die Antwort ist sowohl vom Krankheitsverlauf selbst als auch vom sozialen Umfeld und der Pflegesituation des Betroffenen abhängig. Die Entscheidung ist also nicht primär eine medizinische, sondern eher eine soziale. Sie muss deshalb auch von allen eingebundenen Personen nach einer gemeinsamen Beratung getroffen werden.

Bevor die Heimunterbringung in Erwägung gezogen wird, sollte zunächst überlegt werden, ob eine Entlastung durch andere Hilfsangebote nicht zunächst ausreichend ist, um eine Betreuung im häuslichen Umfeld weiter zu gewährleisten. Dazu gehören in erster Linie ambulante Pflegedienste und Sozialstationen. Aber auch Initiativen wie die so genannten Betreuungsgruppen, in denen Kranke, die überwiegend zu Hause bei ihren Angehörigen leben, an ein bis zwei Nachmittagen in der Woche wohnortnah betreut werden. Die Angehörigen werden so entlastet und bekommen Raum für eigene Angelegenheiten.

Sind die Pflegenden trotz Inanspruchnahme zusätzlicher Hilfsdienste mit der Betreuung überfordert, besteht die Gefahr, dass diese selbst krank werden. So zeigen sich mit zunehmender Belastung häufiger Symptome, welche auch als Angehörigen-Burnout-Syndrom beschrieben wurden. Alarmsignale sind zunächst Auffälligkeiten wie Reizbarkeit, exzessiver Kaffeegenuss und soziale Isolation sowie unspezifische Beschwerden wie Gewichtsverlust und Schlaflosigkeit. Im Folgenden kann es zu Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch, zu aggressivem Verhalten dem Patienten gegenüber bis hin zur Selbstmordgefahr kommen.

Spätestens beim Auftreten erster Anzeichen dieses Syndroms bei der pflegenden Person sollte dringend über eine Heimunterbringung des Betreuten nachgedacht werden. In dieser Situation ist nicht nur die Gesundheit des Pflegenden gefährdet, häufig leidet auch der Alzheimer-Patient unter der spürbaren Belastung.

Zur medikamentösen Behandlung der Alzheimer-Demenz stehen zwei Arzneimittelgruppen zur Verfügung, die die bei Demenzen gestörten Botenstoffe Glutamat und Acetylcholin positiv beeinflussen.

Memantine

Memantine ist ein NMDA-Antagonist und wird zur Behandlung der Alzheimer-Demenz eingesetzt. Memantine verändert die schädlichen Auswirkungen von Glutamat an den Rezeptoren (so genannte NMDA-Rezeptoren). Auf diese Weise können Lernsignale wieder erkannt werden. Der experimentell beschriebene Schutz der Nervenzelle durch Memantine könnte diese Zellen vor dem unwiederbringlichen Zelltod bewahren (Neuroprotektion).

Die Patienten werden geistig aktiver, die Alltagskompetenz wird verbessert. Auch bei pflegebedürftigen Patienten kommt es zu Verbesserungen: Die Kranken sind beim Bettenmachen beweglicher, können besser ihrer persönlichen Hygiene nachkommen, sich selbst anziehen, erkennen Personen wieder, können bei einem Gespräch besser den Inhalt verstehen und auch besser antworten. Wegen der aktiveren Teilnahme der Patienten am Tagesgeschehen wird auch die Betreuung durch Angehörige und das Pflegepersonal leichter. Memantine führt neben den psychischen und physischen Verbesserungen auch zu einer signifikanten Reduzierung der Betreuungszeit, denn durch Memantine können mehr als 1,5 Betreuungsstunden pro Tag eingespart werden.

Acetylcholinesterase-Hemmer

Für die symptomatische Behandlung der Alzheimer-Demenz gibt es zur Zeit verschiedene Acetylcholinesterasehemmer. Die Wirkstoffe Donepezil, Rivastigmin und Galantamin verhindern, dass bereits gebildetes Acetylcholin im Gehirn wieder abgebaut wird. Diese sogenannten Acetylcholinesterase-Hemmer sorgen dafür, dass der Botenstoff länger zur Verfügung steht. Damit kann dieser auch die Weiterleitung von Informationen im Gehirn verbessern.

Sinnvoll im Rahmen einer Alzheimer-Behandlung sind begleitende psychotherapeutische Maßnahmen. Dabei kann einerseits auf die psychischen Begleiterscheinungen eingegangen werden, andererseits gibt es speziell entwickelte Gedächtnistrainings, die der gezielten Aktivierung und Erhaltung verbliebener intellektueller Fähigkeiten dienen. Auch Alltagstätigkeiten werden gezielt trainiert, die Betroffenen gezielt angeregt, ihr Alltag strukturiert. Im Rahmen einer begleitenden Physiotherapie hat sich insbesondere die Bewegungstherapie bewährt.

Eine spezielle Alzheimer-Diät gibt es nicht.
Am günstigsten ist eine abwechslungsreiche, fettarme Ernährung, bei der vor allem auf tierische Fette verzichtet wird. Sie sollte in erster Linie reich an verschiedenen Sorten von Obst und Gemüse sein. Von den darin enthaltenen Antioxidantien (Vitamin C + E) geht eine schützende Wirkung für Nervenzellen und Gefäße aus.

In neuen Studien wurde ein weiterer unabhängiger Risikofaktor für Alzheimer gefunden, das Homocystein. Es handelt sich dabei um einen Stoff aus dem Eiweißstoffwechsel, den man im Blut messen kann und der in zu hoher Konzentration die Gefäße schädigt und eine Schädigung der Nervenzellen zur Folge haben kann. Drei Vitamine können den Spiegel dieser Substanz deutlich senken: Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12. Die wichtigsten Quellen für diese Vitamine sind bei der Folsäure grüne Blätter (Salat, Spinat, Kraut, Lauch etc.), beim Vitamin B6 Beeren, Pilze und diverse Früchte und beim Vitamin B12 in erster Linie Rindfleisch. Letzteres mag dazu beitragen, dass Vegetarier häufig einen erhöhten Homocystein-Spiegel und darüber hinaus nachweislich ein erhöhtes Alzheimer-Risiko haben.

Eine ausgewogene Ernährung vermag also bis zu einem gewissen Grade, das Gehirn vor Alzheimer schützen. Umso trauriger ist die Tatsache, dass in unserem Wohlstandsland die Alten die am schlechtesten ernährte Bevölkerungsgruppe bilden.

Antidementiva sind, wenn die entsprechende Indikation vorliegt, voll erstattungsfähig.

Störungen in der Nahrungsaufnahme beziehungsweise Nahrungszufuhr können eine Mangelernährung zur Folge haben. Um eine Mangelernährung (Malnutrition) mit ihren negativen Folgen zu vermeiden bzw. zu beheben, kann eine künstliche Ernährung notwendig werden.

Gründe für eine künstliche Ernährung können sein:

  • Tumorerkrankungen
  • Entzündungen des Darms (M. Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Leber- oder Nierenversagen
  • AIDS
  • Schlaganfall
  • Senile Demenz
  • M. Parkinson
  • Bewusstlosigkeit
  • nach Operationen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündungen.

Über die Notwendigkeit, die Art und Dauer einer künstlichen Ernährung entscheidet Ihr behandelnder Arzt gemeinsam mit Ihnen und Ihren Angehörigen.

Vor- und Nachteile der Magensonde

Die wohl einfachste Form der künstlichen Ernährung bietet die Magensonde. Sie wird über die Nase bis in den Magen vorgeschoben. Ein Teil der Sonde verbleibt außerhalb der Nase, damit sie sich gut befestigen lässt. Magensonden eignen sich jedoch nur für eine befristete Zeit, da sie die Schleimhäute reizen und kleine Druckgeschwüre hervorrufen können.

Hinzu kommt, dass die Patienten Magensonden oft als Fremdkörper empfinden. Wer eine Magensonde trägt, ist als Kranker erkennbar. Das führt oft dazu, dass der Patient sich gezeichnet fühlt. Insbesondere im ambulanten Bereich kommt dies häufig vor.

Die Magensonde ist für verwirrte Patienten ungeeignet

Bei Veränderungen an der Speiseröhre darf der Arzt keine Magensonde legen. Für verwirrte und Patienten, die schlecht kooperieren, ist eine Magensonde nicht sinnvoll, weil sie sich die Sonde leicht ziehen. So entsteht für den Patienten möglicherweise ein Schaden, der durch die Vorteile der Sonde nicht aufgewogen wird.

PEG-Sonde für Demenzpatienten

Erhält ein Patient über längere Zeit künstliche Ernährung, so wird eine Ernährungssonde direkt durch die Haut von außen in den Magen gelegt. Mediziner nennen diese Sonde PEG-Sonde (perkutane endoskopische Gastrostomie Sonde). Das Legen einer PEG-Sonde ist etwas aufwändiger: Sie wird - wie ihr Name nahelegt - mit einem Endoskop von außen durch die Bauchdecke im Magen platziert. Der Patient bekommt zuvor ein schläfrig machendes Medikament, damit ihm der Eingriff keine Schmerzen bereitet. Der Vorteil der PEG-Sonde ist, dass Patienten sie kaum als störend empfinden. Zudem ist sie für eine langfristige künstliche Ernährung geeignet.

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Stand: 29-Aug-2016, 06:19 PM
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