alzheimerinfo.de – Informationen zu Alzheimer und Demenz – Alzheimer Medikament von Merz erobert den US-Markt

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Frankfurt, 20.02.2004 Bereits kurz nach der Zulassung in den USA hat der in Deutschland von Merz entwickelte NMDA-Antagonist Memantine die amerikanische Verschreibungspraxis bei Alzheimerdemenz auf den Kopf gestellt: Ende Januar entfielen mehr der wöchentlichen Neuverschreibungen auf Memantine als auf die etablierten Acetylcholinesterasehemmer Rivastigmin oder Galantamin. Das zeigt, welchen Stellenwert das erste und einzige zur Behandlung der mittleren bis schweren Alzheimerdemenz zugelassene Medikament für amerikanische Patienten hat. In Europa ist Memantine bereits seit eineinhalb Jahren in der gleichen Indikation etabliert.

Memantine ist seit Anfang Januar in den USA erhältlich. Schon jetzt sind über 40.000 neue Patienten auf den NMDA-Antagonisten eingestellt. Ende Januar entfielen über 17% der wöchentlichen Neuverordnungen für Alzheimermedikamente auf Memantine, Tendenz weiter steigend.

Das neue Antidementivum schließt in den USA – wie in Europa – eine therapeutische Lücke: Es ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der mittleren bis schweren Alzheimerdemenz. Acetylcholinesterasehemmer sind lediglich bei leichter bis mittlerer Alzheimerdemenz indiziert. Memantine ist auch das einzige Antidementivum, dessen Wirkmechanismus an der glutamatergen Signaltransduktion ansetzt: Es verbessert die Symptomatik und wirkt potentiell neuroprotektiv.

Die klinische Wirksamkeit von Memantine ist u. a. durch eine 2003 von Reisberg et al. im New England Journal of Medicine veröffentlichte große Studie an Patienten mit mittlerer bis schwerer Alzheimerdemenz belegt: Memantine zeigte nach 28 Wochen sowohl im klinischen Gesamturteil als auch bezüglich Kognition und dem Erhalt der Alltagskompetenz eine statistisch signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo (Reisberg et. al. (2003); Wimo et. al. (2003).

Im Rahmen kürzlich durchgeführter Studien wurde auch belegt, dass Patienten, die mit Memantine behandelt werden, länger im häuslichen Umfeld verbleiben können und weniger Pflege und Betreuung benötigen als diejenigen, die Placebo bekommen haben. Das bedeutet eine deutliche Entlastung für Pflegende und Angehörige.

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