Aggressionen in der Pflege: ein Warnsignal – alzheimerinfo.de

0

We Care. Wir forschen für Ihre Gesundheit.

BAIERBRUNN (MedCon) – Einen Angehörigen zuhause zu pflegen, stellt für die meisten Pflegenden eine große Belastung dar – mit zunehmender Lebenserwartung verlängern sich die Pflegezeiten, und neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer oder Parkinson nehmen in der Bevölkerung zu.

Wird der Stress so groß, dass Aggressionen dem Pflegebedürftigen gegenüber entstehen, ist es höchste Zeit, Hilfe von außen zu holen. Als ideale Ansprechpartner in solchen Situationen sieht Christa Matter von der Angehörigenberatung der Alzheimer Gesellschaft Berlin e.V. Selbsthilfegruppen. Dort finden die Betroffenen Rat und Hilfe von Menschen, die ähnliche Erfahrungen durchleben wie sie selbst – und am wichtigsten, “sie erkennen, dass sie nicht allein sind mit ihrem Problem”, sagt Matter.

Etwa 1,4 Millionen Menschen werden in Deutschland zuhause gepflegt. Kommen die pflegenden Angehörigen über die Jahre hinweg an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit, werden viele dabei selbst krank. Experten schätzen, dass etwa ein Drittel der Betroffenen mit Depressionen auf den Stress reagiert.

Die Diplompädagogin Jutta Salomon aus Lemgo, die die Belastung der häuslichen Pflege wissenschaftlich untersucht hat, rät auch zu einem weniger “schuldbewussten” Umgang mit dem Pflegeheim. Viele Angehörige versprechen: “Ins Heim gebe ich dich nicht”. Dies sollte jedoch noch einmal überdacht werden, denn dahinter verberge sich eine emotionale Falle, warnt Salomon. Der Ratschlag der Expertin lautet: “Es gibt Hilfe. Man muss lernen sie anzunehmen.”

Quelle:

Erstellt von Medcon aus dem Senioren Ratgeber, 11/2006

  • 0.1 A-
  • 0.2 A
  • 0.3 A+
  • 0.4 Print