Training schützt Demenz-Erkrankte vor Stürzen – alzheimerinfo.de

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HEIDELBERG (MedCon) – Senioren, vor allem wenn sie an einer Demenz erkrankt sind, sind Sturz gefährdet. Ein spezielles Trainingsprogramm kann die Bewegungsfähigkeit älterer Menschen verbessern und deren Sturzrisiko mindern, berichten Forscher aus Heidelberg.

Demenzerkrankungen im Alter sind häufig: Ungefähr ein Drittel der über 85-Jährigen in Deutschland leidet an so genannten kognitiven Störungen. Die Betroffenen sind sowohl in ihrer Denkleistung als auch in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und entwickeln oft Verhaltensauffälligkeiten. Mit der Erkrankung gehen zudem häufig der Verlust der Selbstständigkeit und ein hohes Risiko für Stürze einher.

„Epidemiologische Studien zeigen außerdem einen Zusammenhang zwischen den kognitiven und körperlichen Leistungen“, erklärte der Trainingsentwickler Privatdozent Dr. Klaus Hauer. So können bestimmte motorische Störungen auf spätere kognitive Schädigungen hinweisen.

„Erste Trainingsstudien mit an Demenz erkrankten Menschen weisen darauf hin, dass nicht nur motorische Leistungen, sondern auch Denkleistung und Wohlbefinden durch ein gezieltes körperliches Training verbessert werden können“, so Hauer weiter. Er hat ein Bewegungsprogramm entwickelt, das krankheitsbedingte Einschränkungen und verbliebene Fähigkeiten berücksichtigt. Nun untersucht er die Auswirkungen des Trainings auf den Allgemeinzustand der Patienten in einer weiteren Studie – dabei soll auch bewertet werden, wie effektiv die Übungen dabei helfen, Stürze zu vermeiden.

Um ein ausreichendes Übungsangebot für Personen mit Demenz aufzubauen, werden die Trainingsprogramme parallel zur wissenschaftlichen Untersuchung in ausgewählten Sportvereinen in deren Angebot integriert. Auch der Deutsche Sportbund (DSB) unterstützt das Konzept: Erste Übungsleiterausbildungen haben bereits in zwei überregionalen Gruppierungen des DSB, dem Badischen Sportbund und dem Badischen Behindertensportverband, stattgefunden.

Quelle:

Erstellt von MedCon nach einer Mitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg, 15.01.2007

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