Negative Lebenseinstellung fördert kognitive Beeinträchtigung – alzheimerinfo.de

0

We Care. Wir forschen für Ihre Gesundheit.

CHICAGO (MedCon) – Menschen, die sich leicht stressen lassen und grundsätzlich mehr negative Gefühle haben, bekommen einer neuen Studie zufolge mit größerer Wahrscheinlichkeit Gedächtnisprobleme, die zur Demenz führen können, als Menschen, die eher unbeschwert durchs Leben gehen.

Unglücklichsein macht vergesslich

In der Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift Neurology berichten die Forscher um Dr. Robert S. Wilson vom Rush University Medical Center in Chicago, dass Menschen, die oft negative Emotionen und Stimmungen wie Depressionen und Ängstlichkeit erleben, ein 40 Prozent höheres Risiko haben, an leichter kognitiver Beeinträchtigung zu erkranken.

Die leichte kognitive Beeinträchtigung ist ein Übergangsstadium zwischen dem normalen Altern und einer Demenz. Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung haben leichte Gedächtnis- oder kognitive Probleme, sind aber nicht erheblich behindert.

Lieber weniger Sorgen!

Die Wissenschaftler analysierten die Daten zweier großer Studien mit insgesamt 1256 Teilnehmern, die allesamt zu Studienbeginn nicht an kognitiver Beeinträchtigung litten. In den folgenden zwölf Studienjahren erkrankten 482 der Teilnehmer an leichter kognitiver Beeinträchtigung.

Um festzustellen, wie stark die Testpersonen zu Stress und negativen Gefühlen neigen, wurde ihre Zustimmung zu bestimmten Aussagen aufgenommen: „Ich mache mir nicht so leicht Sorgen“, „Ich fühle mich oft angespannt und nervös“, oder „Ich ärgere mich oft darüber, wie andere Menschen mich behandeln.“

Stress und Erinnerung hängen zusammen

„Menschen unterscheiden sich darin, wie sie negative Gefühle und psychologischen Stress erleben und wie sie damit umgehen, und wie sie reagieren bleibt üblicherweise das ganze Leben lang gleich“, sagte Dr. Robert S. Wilson.

Die Befunde dieser Studie legen nahe, dass das Erleben von ständigem Stress über ein ganzes Leben hinweg, irgendwann die Hirnregion beeinträchtigt, die für Stressreaktionen zuständig ist. Leider sei diese Region auch für die Erinnerung zuständig, erklärt Wilson.

Quelle:

erstellt von Medcon aus Neurology, 2007 Jun 12;68(24):2085-92

  • 0.1 A-
  • 0.2 A
  • 0.3 A+
  • 0.4 Print