Erfahrungen mit der Einstufung zur Pflegestufe und den Leistungen der Pflegeversicherung – alzheimerinfo.de

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Ich pflege meine Mutter selbst, seit vor 2 Jahren eine Demenz diagnostiziert wurde, zu Hause.

Weder von Ärzten noch von anderen geeigneten Einrichtungen erhalte ich sinnvolle Unterstützung außer gleichbleibenden Rezepte, die mit anderen Vorerkrankungen zu tun haben.
“Gegen Demenz hilft nichts” höre ich gleichlautend. Krankheitssymptome, die ich als nicht demenziell Erkrankter bestätigen kann, werden als zur Demenz gehörend abqualifiziert und nur nach konsequenter Aufforderung behandelt. Angaben von pflegenden Angehörigen werden grundsätzlich und immer angezweifelt, obwohl ich als einziger die Patientin 24 Stunden am Tag sehe und beobachte. Um jedes Hilfsmittel (die nicht mal empfohlen werden) muss ich Widerspruchs- und Gerichtsverfahren führen.

  • Die wesentlichen Hilfebedarfe, Anleitung und Beaufsichtigung, die sehr wohl die ständige Anwesenheit der Pflegeperson fordern und diese somit zeitlich binden, spielen bei der Einstufung in eine Pflegestufe überhaupt keine Rolle.
  • Eine Entlastung in Höhe von 460 € im Jahr reicht für 30 Stunden / pro Jahr bei einem üblichen Stundensatz von 15 € für eine Pflegekraft, wenn man denn überhaupt eine findet.
  • Notwendige Hilfeleistung bei Besuch einer Tagesstätte, die eine landesrechtlich zugelassene Einrichtung mit unterschwelligem Betreuungsangebot ist, wird ebenfalls nicht berücksichtigt.
  • Der Hilfebedarf Mobilität des Sozialgesetzbuches wurde von den Spitzenverbänden der Krankenkasse unter Genehmigung des Bundesgesundheitsministeriums in den Richtlinien zur Einstufung in eine Pflegestufe so zusammengestutzt, dass die Mobilität und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben für demenziell Erkrankte an ihrer Wohnungstür endet!!
  • Die Sachleistungssätze wurden seit Einführung des Pflegekassengesetzes nie erhöht.

Einstufung in die Pflegestufe:

Die Ersteinstufung erfolgte in die II. Alle Gutachten bestätigen nun eine Verschlechterung, eine Einstufung in eine III zu erhalten, scheint allerdings genauso utopisch wie Marsmännchen in Berlin zu treffen.

Die behandelnde Neurologin vertritt die Ansicht: Zitat “Die Pflegestufe III ist Patienten, die im Koma liegen, vorbehalten!”

Was ich Positives berichten kann?

Meine Mutter hat jemanden an der Seite, der für sie kämpft. Wie lange ich das noch durchhalte ohne jegliche Hilfe, bleibt fraglich! Zum Glück haben ca. 2 Mio. Pflegebedürftige auch jemanden, der sie nicht hängen lässt!

Autor: G.R.

Weitere Informationen:

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